Fritz Kalkbrenner - Drown - Cover
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Fritz Kalkbrenner Drown


  • Label: Different Spring/Rough Trade
  • Laufzeit: 72 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

„Drown“ ist das neue Album von Fritz Kalkbrenner, auf welchem alles beim Gleichen bleibt. Gut oder schlecht?

Fritz Kalkbrenner ist zu beneiden. Ist der Musiker auf Festivals vertreten, erscheint sein Name auch von der anderen Straßenseite aus lesbar in den oberen Zeilen. Fritz Kalkbrenner ist eine Marke der deutschen Musikszene. Selbst wer keinen Song und keine Melodie mit Fritz Kalkbrenner verbindet, weiß um seinen Namen. Diesen Status hat sich Kalkbrenner musikalisch gesehen durch solide und regelmäßige Outputs verdient. Bei Kalkbrenner passiert nichts Ausgeflipptes oder Spannendes. Der eine hört Minimal heraus, andere bestehen auf Bezeichnungen wie Electro und Techno. Und ein paar Leute verwechseln Fritz vielleicht mit seinem Bruder Paul Kalkbrenner. Auf „Drown“ ist Fritz Kalkbrenner sich zumindest erneut selbst zum Verwechseln ähnlich und festigt Ruf und Stellung im Geschäft.

Hörer, die Kalkbrenner mögen, sind mit „Drown“ gut beraten. Der Chef persönlich präsentiert ein gut einstündiges Set und befreit sich und Hörer von Überraschungen. „Drown“ ist Kalkbrenner nach Maß, der vielleicht etwas hallender klingt als zuvor. Gleich ab „Enter“ klingen einige Töne im Industrial-Stil hohl aus den Boxen, was schnell an Überraschung verliert. Die Stärke Kalkbrenners liegt zudem weiterhin in den feinen Details, wenn eingestreute Samples den minimalistischen Ansatz sinnvoll erweitern, abebben und später ihre wirksame Rückkehr feiern. Das ist auch im neuen Jahr gelungenes Handwerk, haut aber weder Kenner noch Neulinge vom Hocker.

Das wäre aber auch wieder eine Überraschung, die auf keiner Ebene zu Kalkbrenner passt. Seine Musik bleibt Understatement zum Anhören. Freunde finden ihre Freude im Detail, das den Liedern seine Note gibt. Für 72 Minuten ist „Drown“ aber zu gerade heraus geraten, als dass Hörer diese Details immer wertschätzen können. Kalkbrenner versteckt seine Qualitäten. Als bewusste Entscheidung ist dieser Schachzug diskutabel, als unbewusstes Handeln ein unglücklich geratener Vorgang. „Drown“ gibt sich keine Mühe Hörern zu gefallen, doch die Krux ist, dass auch achtsame Hörer nicht genug finden, um zu staunen. „Drown“ stockt Fritz Kalkbrenners Diskographie quantitativ auf, ohne dass sich qualitativ etwas tut. Für einen Mann, der regelmäßig Headliner ist, ist dieses Stagnieren auf dem Zenit wohl zu verkraften.

Anspieltipps:

  • Enter
  • Ride
  • Lose

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