Ben Harper - No Mercy In This Land - Cover
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Ben Harper No Mercy In This Land


  • Label: Anti Records
  • Laufzeit: 45 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
7.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Hoffentlich dauert es nicht wieder fünf Jahre, bis sich Ben Harper und Charlie Musselwhite erneut zusammenschließen.

Vor ziemlich exakt fünf Jahren schlossen sich Ben Harper und Charlie Musselwhite erstmals für ein Album zusammen. Das daraus resultierende „Get Up“ belegte den ersten Platz der amerikanischen Billboard-Bluescharts und gewann den Grammy für das beste Bluesalbum. Harper schnappte sich mit Musselwhite einen alten Haudegen des Blues und lieferte ein Album, das sich nicht um Trends oder Moden scherte. Stattdessen gab es zeitlosen Blues- und Roots-Rock. Nun folgt mit „No Mercy In This Land“ das zweite Album dieser Kollaboration.

Und auch auf „No Mercy In This Land“ wird dem Blues gefrönt. Doch statt ausnahmslos klassische Zwölftakter zu präsentieren gibt es wie schon auf dem Erstling Einflüsse von Gospel, Soul und Rock, die seit jeher zum Schaffen des 48-jährigen Harper gehören. Im düsteren Opener „When I Go“ hält sich Musselwhite weitgehend zurück, bis er im Mundharmonika-Solo zeigt, warum Größen wie John Lee Hooker, Muddy Waters oder Howlin‘ Wolf auf die Künste des mittlerweile 74-jährigen zählten. Diesen Großmeistern des Blues werden Harper und Musselwhite dann wiederum beispielsweise im Chicago-Blues „The Bottle Wins Again“ oder im groovigen „Bad Habits“ gerecht.

Mit einer Mischung aus einem Delta-Blues aus den Tiefen Mississippis und Americana-Einflüssen eines John Hiatt weiß „Love And Trust“ zu überzeugen, „When Love Is Not Enough“ versprüht Hotelbar-Atmosphäre, bevor das Zusammenspiel aus Harpers Akustikgitarre und Musselwhites Bluesharp im ruhigen „Trust You To Dig My Grave“ ihren Höhepunkt erreicht. Der Titelsong, bei dem sich die beiden Protagonisten die Lead Vocals teilen, zeugt von Harpers Fähigkeit bluestypische religiöse Themen in die heutige Zeit zu transportieren.

Wie schon auf dem Vorgänger schaffen es Ben Harper und Charlie Musselwhite ein zeitloses Album zu kreieren, auf dem man einzelne Hits beinahe Vergebens sucht. Zu sehr funktionieren die zehn Songs der offiziellen LP als Ganzes, ohne einem Konzept unterworfen zu sein. Musselwhite poltert auf seiner Mundharmonika vielleicht nicht mehr ganz so brachial wie noch von fünf Jahren, dafür setzt er sie stilsicher und gekonnt ein und kann so jedem Song noch etwas hinzufügen. Harper wiederum verzichtet auf allzu viel Wehgesang, wie es auf seinen Soloalben manchmal der Fall ist. Hoffentlich dauert es nicht wieder fünf Jahre, bis sich diese zwei erneut zusammenschließen.

Anspieltipps:

  • When I Go
  • When Love Is Not Enough
  • Trust You To Dig My Grave
  • No Mercy In This Land

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