Editors - Violence - Cover
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Editors Violence


  • Label: PIAS/Rough Trade
  • Laufzeit: 43 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
7.8/10 Leserwertung Stimme ab!

„Violence“ ist mit seiner gekonnt komponierten Düster-Elektro-Atmosphäre wieder ein typisches Editors-Album.

Im mittlerweile 15. Karrierejahr legen die aus Birmingham stammenden Editors mit „Violence“ ihr sechstes, von Leo Abrahams (Florence + The Machine, Brett Anderson, Frightened Rabbit, Wild Beasts) und Benjamin John Power (Fuck Buttons, Blanck Mass, Outblinker) produziertes Studioalbum vor, auf das die treue Fangemeinde seit dem 2015er Werk „In Dream“ wartet. Ihren Indie-Status haben die Editors dabei nie aufgegeben und doch etablierten sich Tom Smith (Gesang, Gitarre), Justin Lockey (Gitarre), Russell Leech (Bass), Elliot Williams (Synthesizer, Gitarre) und Ed Lay (Drums) im Laufe der Jahre europaweit als eine Band, die mit jedem Longplayer in vordere Chart-Regionen vordringt. Lediglich das amerikanische Publikum scheint kein Gehör für den Sound der Briten zu haben, der irgendwo zwischen Joy Division und Interpol verortet ist.

Auf ihren letzten Alben züchteten die Editors ein bombastisches Klangerlebnis, das in der Schnittmenge aus Pathos-Pop und Stadion-Rock stark in Richtung U2 abzielte. Nun gesellt sich auf „Violence“ eine Extraportion Elektronik dazu, ohne dass die Band den Fehler begeht, ihre altbewährte Formel über Bord zu werfen. Editors-Songs sollen in der Regel düster klingen, Haken und Ösen besitzen und trotzdem, spätestens beim Refrain, ins Ohr gehen. Alles nicht so einfach und durch den zusätzlichen Elektro-Rucksack ab und zu hart an der Schwelle zum Mainstream.

Und doch ist „Violence“ mit seiner gekonnt komponierten Düster-Elektro-Atmosphäre wieder ein typisches Editors-Album. Angefangen beim samtigen Opener „Cold“, der auf große Pop-Gesten setzt, über das zum Glück nur stellenweise an Coldplay erinnernde, aber zwischendurch herrlich eruptive „Hallelujah (so low)“, bis hin zum aufgereizt flirrenden „Darkness at the door“ beweist das Quintett, dass es Popmusik verstanden hat. Allerdings übertreiben es die Briten mit dem finalen Song-Trio „No sound but the wind“, „Counting spooks“ und „Belong“ dann doch etwas, indem sie ihren Pathos-Pop in Doppelrahmstufe anbieten und damit in The-Cure-Gefilden der 80er Jahre landen.

Anspieltipps:

  • Cold
  • Violence
  • Counting spooks
  • Darkness at the door
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