KMPFSPRT - Gaijin - Cover
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KMPFSPRT Gaijin


  • Label: People Like You Records
  • Laufzeit: 39 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
7.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Drei Halleluja für acht Konsonanten! Die Band ohne Vokale legt ihr bis dato bestes Album vor.

Hoppla! Drei Kreuze auf dem Cover? Bei dieser Symbolik kann es sich nur um den neuesten Longplayer der Herren Richard Meyer (Gesang, Gitarre), David Schumann (Gitarre, Gesang), Dennis Müller (Bass) sowie des im Mai 2017 eingestiegenen, mittlerweile dritten KMPFSPRT-Drummers, Daniel Plotzki, handeln. Die Band aus Köln hat bis dato zwei Longplayer („Jugend mutiert“ und „Intervention“) auf den Markt gebracht, die aus kommerzieller Sicht zwar keine Bäume ausgerissen haben, dafür aber eine gute Grundlage für ausgiebiges Touren darstellten. Nach über 200 Auftritten seit seiner Gründung nahm sich das Quartett deshalb im vergangenen Jahre eine Pause, um die Batterien aufzuladen und mit einem neuen Album im Gepäck wieder durchzustarten.

Dieses hört auf den Titel „Gaijin“ (japanisch für „Außenseiter“), wurde innerhalb von zwei Wochen eingespielt und kommt mit einer wunderbar angepissten und wütenden Attitüde daher, die sich als entscheidende Grundlage für den melodiösen Punkrock der Kölner herausstellt. Denn Gute-Laune-Tralala-Punk ohne Aussagen hat auf „Gaijin“ nichts zu suchen – und das ist auch gut so! Da stört es dann auch nicht, wenn die Texte hier und da etwas plakativ und parolenhaft daherkommen („Wenn der Sturm kommt, zieh die warmen Sachen an und wärm dich an dem Feuer, das nie erlischt. Und dann, wenn der Sturm kommt, halt dich fest am Nebenmann, weil uns alle zusammen niemand kriegen kann“).

KMPFSPRT beherrschen auf „Gaijin“ das Kunststück, Härte und Eingängigkeit so miteinander zu kombinieren, dass die inhaltliche Aufarbeitung gesellschaftskritischer Themen aller Couleur den Hörer nicht nervt und runterzieht, sondern im besten Punk-Sinne mitreißt und – natürlich! – und Passagen wie „Ich nehme nicht in Kauf, dass der Hass uns niederschlägt. Pass auf dein Herz auf, wenn alle anderen Schweigen“ frei von der Leber mitgrölen lässt. Dabei halten KMPFSPRT das Tempo stetig hoch, während sich Richard Meyer und David Schumann die Riffs um die Ohren hauen und den rauen Habitus des Debüts damit nochmals steigern können. So geht guter Punkrock, der nun auch so langsam höhere Chart-Weihen verdient hätte.

Anspieltipps:

  • Kreuze
  • Trümmer
  • Münchhausen
  • Château Migraine
  • Freut euch nicht zu spät
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