Axel Rudi Pell - Knights Call - Cover
Große Ansicht

Axel Rudi Pell Knights Call


  • Label: Steamhammer/SPV
  • Laufzeit: 58 Minuten
Artikel teilen:
6/10 Unsere Wertung Legende
6.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Axel Rudi Pell wird nicht müde, im Zwei-Jahres-Rhythmus neue Alben auf den Markt zu werfen.

Der 57-jährige Wattenscheider wird nicht müde im bewährten Zwei-Jahres-Rhythmus neue Alben auf den Markt zu werfen. Kritiker werfen Axel Rudi Pell vor, sich mittlerweile beinahe unverschämt zu wiederholen, Fans freuen sich ob der stoischen Beständigkeit und Verlässlichkeit. Nach dem selbst in seiner Diskographie eher durchschnittlichen „Game Of Sins“ folgt mit „Knight’s Call“ nun das mittlerweile 17. Studioalbum.

Das obligatorische Intro kann man wie immer getrost skippen. Richtig los geht das Album erst mit „The Wild And The Young“. Die Midtempo-Nummer mit eingängigem, aber austauschbaren Refrain kommt eher unspektakulär daher, wobei zu hören ist, dass sich Pell in puncto Produktion etwas vorgenommen hat. Gitarren und Schlagzeug klingen nicht mehr so künstlich und klinisch wie auf den Vorgängeralben. „Wildest Dreams“ wildert im Heavy-Rock der frühen Rainbow und ist mitnichten verkehrt. Der Gitarrist spielt im Solo bekannt melodiebewusst, versucht sich aber größtenteils abseits seiner typischen Licks mit sich allzu oft wiederholenden Kabinettstückchen. Schwachpunkt des Songs ist leider wieder der Refrain, der erneut zu austauschbar und abgedroschen klingt.

Über den Stumpf-ist-trumpf-Vertreter „Long Live Rock“ hüllen wir lieber den Mantel des Schweigens. Besser direkt das epische „The Crusaders Of Rock“. Natürlich kommt auch diese Art Song mindestens einmal auf jeder Pell-Platte vor, aber abseits der kitschigen Keyboardwände macht die Band ihre Sache hier sehr gut. Keine Frage, das haben wir schon belangloser gehört. weitere Longtracks sind „Beyond The Light“, eine Pell-typische Ballade und „Tower Of Babylon“. Dieses fast zehnminütige Epos kommt etwas vertrackt und orientalisch anmutend daher. Doch auch wenn immer mal wieder frühere Songideen oder Solo-Licks aufblitzen, ist es einer der stärkeren Pell-Songs in den letzten Jahren. Flotter wird es nur in dem Instrumental „Truth And Lies“ und den straighten Rockern „Slaves On The Run“ und „Follow The Sun“. Hier fragt man sich warum diese beiden Songs direkt hintereinander stehen, hätten sie doch anders platziert für deutlich mehr Abwechslung gesorgt.

Großartige Erneuerungen sucht man auf „Knight’s Call“ natürlich vergeblich. Wer diese allerdings auf einem ARP-Album erwartet, dem ist eh nicht zu helfen. Für Fans findet sich das eine oder andere Schmankerl auf der Platte, die durchaus etwas frischer daherkommt als der Vorgänger. Mit seinen Großtaten der Neunziger und früher Nuller Jahre kann der Wattenscheider hier aber nicht mithalten. Dafür gibt er zu oft dieselben Gitarrenleads, Hooklines und Songstrukturen zum Besten.

Anspieltipps:

  • The Crusaders Of Doom
  • Follow The Sun
  • Tower Of Babylon

Neue Kritiken im Genre „Hardrock“
6/10

Temple Of Lies
  • 2018    
Diskutiere über „Axel Rudi Pell“
comments powered by Disqus