The Damned - Evil Spirits - Cover
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The Damned Evil Spirits


  • Label: Spinefarm/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 43 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
7/10 Leserwertung Stimme ab!

Zusammen mit Star-Produzent Tony Visconti liefern The Damned tatsächlich ein ziemlich gutes Album ab.

Als eine der letzten Bands, die aus der Punkszene der 70er Jahre in London hervorgegangen ist, geistern The Damned auch anno 2018 immer noch umher. Dabei war ihrem Sound immer noch mehr als simpler Drei-Akkorde-Punk zuzuordnen. Stetig erweiterte die Band ihren Sound mit Goth-, New Wave-, Glam- oder einfachen Rock-Anleihen. Zehn Jahre sind seit dem letzten Studio-Longplayer „So Who’s Paranoid“ vergangen, in der Zwischenzeit ist Bassist Paul Gray zur Band zurückgekehrt. Als Produzent konnte die Band niemand geringeren als Tony Visconti (David Bowie, Manic Street Preachers, Gentle Giant, Thin Lizzy) gewinnen.

Dessen Einfluss macht sich auf dem Album auch bemerkbar. Gleich der Opener „Standing On The Edge Of Tomorrow“ beeindruckt mit einer Vielzahl von Elementen. Hier tönt ein bisschen New Wave, dort ein bisschen Punkrock, insgesamt klingt der Opener beinahe wie Filmmusik, ohne jedoch irgendwie wirr oder konfus zu wirken. Hier passt alles zusammen. Noch besser „Devil In Disguise“, ein flotter Rocker mit kultigen Keyboardeinsätzen. Dave Vanians Stimme ist hier sehr nah an Roger Daltrey auf dessen letzten Platten und musikalisch wird deutlich, wen The Damned über die Jahre alles beeinflusst haben. Von The Hellacopters über Billy Idol und Danzig, bis hin zu den Ärzten.

Nach „We’re So Nice“, das in bester Echo-&-The Bunnymen-Manier im New Wave fischt, kommt im sphärischen, pathetischen und mit latenten Soul-Anleihen gewürzten „Look Left“ Viscontis Bowie-Vergangenheit durch. Auch in „Sonar Deceit“ macht sich die Erfahrung des Produzenten bezahlt. Den groovigen Popsong mit prägnantem Bass-Riff reichert er mit Bläsern und Roadmovie-Elementen an, was den Hörer erneut an einen Filmscore denken lässt. „Procrastination“ erinnert dagegen an Franz Ferdinand, nimmt aber erneut soulige Elemente mit auf, bevor es in „Daily Liar“ noch einmal richtig zur Sache geht und ausgiebig gerockt wird. Zum Abschluss des Albums gibt es mit „I Don’t Care“ eine düstere, bittersüße Ballade, bei der Vanians gealterte Stimme erneut von Vorteil ist.

Mit „Evil Spirits“ haben The Damned auf ihre alten Tage nochmal richtig geliefert. In den vergangenen zehn Jahren seit der letzten Platte haben sich anscheinend einige Ideen aufgestaut, die die Band zusammen mit Produzentenlegende Tony Visconti in Form gegossen hat. So gibt es auch nach 42 Jahren Bandkarriere noch eine mehr als rosige Zukunft für Dave Vanian, Captain Sensible und Co.

Anspieltipps:

  • Devil In Disguise
  • Look Left
  • Sonar Deceit
  • Daily Liar
  • I Don’t Care

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