Blackberry Smoke - Find A Light - Cover
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Blackberry Smoke Find A Light


  • Label: Earache Records
  • Laufzeit: 53 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
7/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Country-Rocker von Blackberry Smoke müssen aufpassen, nicht zu weichgespült zu werden.

Beinahe stoisch und abgeklärt gehen Blackberry Smoke ihren Weg. Die unzähligen Konzerte, die sie jedes Jahr spielen zahlen sich allerdings aus. Seit dem Kritikerfavorit „The Whippoorwill“ geht es für die Südstaatler aus Atlanta kontinuierlich bergauf. Mit dem flotten „Holding All The Roses“ konnte man auch hierzulande Fans gewinnen, das etwas ruhigere letzte Album „Like An Arrow“ knackte gar die UK-Top Ten. Nun erscheint mit „Find A Light“ das mittlerweile sechste Album des Quintetts.

Dieses wird mit „Flesh And Bone“ eröffnet, dessen hypnotisches Riff die Doors auf Iron Butterfly treffen lässt. Dazu ein eingängiger Refrain und man hat einen guten Opener, der nach mehrmaligem Hören wächst. Die Feelgood-Country-Nummer „Run Away From It All“ oder das ruhigere „Medicate My Mind“ können sich durch einen rockigen Solopart bzw. eine überraschende Bridge deutlich vom Country-Mainstream abgrenzen, wenn auch Charlie Starr in letzterem Song aufpassen muss, gesanglich nicht allzu sehr in die Redneck-Pose zu verfallen. Dann gibt es Songs wie „The Crooked Mind“, das die Black Crowes mit grungigen Elementen vermischt oder gar die Krähen-Nummer in Reinkultur „Lord Strike Me Dead“, oder das rock’n’rollige „Nobody Gives A Damn“, das an die Stones erinnert.

Richtig gut wird es allerdings vor allem im flotten „I’ll Keep Ramblin‘“. Countryrock vermischt mit Bluesrock der Marke „Baby Please Don’t Go“. Veredelt wird das Ganze durch einen Gospelchor und die Slidegitarre von Gast Robert Randolph, sowie der kurzen Mini-Jam-Session im Finale. Das macht einfach nur Spaß. Ähnlich gut die Southern-Rock-Nummer „Till The Wheels Fall Off“ in bester Lynyrd Skynyrd-Manier. Dem gegenüber stehen allerdings Songs wie die Akustikballade „I’ve Got This Song“, bei der die Band aufpassen muss nicht mit Konsorten wie Blake Shelton verwechselt zu werden, das Duett mit Amanda Shires „Let Me Down Easy“, das allzu sehr aufs Radio schielt oder eher durchschnittliches wie die Heartland-Nummer „Best Seat In The House“.

So hinterlassen Blackberry Smoke mit „Find A Light“ ein zwiespältiges Gefühl. Auf der einen Seite hat man richtig gute Songs und eine Band die wirklich gut abgestimmt und eingespielt ist, was man deutlich hört. Auf der anderen Seite setzt sich ein Weg fort, der auf den letzten Alben begonnen wurde. Die ruhigeren Songs schielen mehr Richtung Radio und schrammen mitunter nur knapp an der Kitsch- oder Mainstream-Grenze vorbei. Insgesamt überwiegt jedoch das Positive und Charlie Starr und Co. liefern eine mehr als solide Platte.

Anspieltipps:

  • Flesh And Bone
  • The Crooked Kind
  • I’ll Keep Ramblin’
  • Till The Wheels Fall Of

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