Monster Magnet - Mindfucker - Cover
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Monster Magnet Mindfucker


  • Label: Napalm Records
  • Laufzeit: 49 Minuten
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4.5/10 Unsere Wertung Legende
6.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Spagat zwischen breitbeinigem Hardrock und psychedelischem Stoner-Rock misslingt auf „Mindfucker“ leider.

In den letzten Jahren bekam der Hörer den Eindruck, dass sich Monster Magnet in Zukunft nur noch damit begnügen würden, frühere Album so zu remixen, dass sie sich wie neue Werke anhören. So erschienen zuletzt „Milking The Stars: A Re-Imagining Of Last Patrol“ (2014) sowie „Cobras And Fire (The Mastermind Redux)“ (2015). Und nach den eher durchschnittlichen Originalwerken „Mastermind“ (2010) und „Last Patrol“ (2013) darf zurecht gefragt werden, wer sich eine abgespacte Monster-Magnet-Version noch antun möchte.

Fünf Jahre nach letztgenanntem Longplayer erscheint nun aber doch noch eine Platte mit gänzlich neuem Material der Herren um Dave Wyndorf. Doch auch „Mindfucker“ krankt an denselben Problemen, wie schon die Vorgänger und das wird schon nach drei Songs klar. „Rocket Freak“, „Soul“ und der Titelsong liefern abgedroschene Rock-Riffs, die jeder Gitarrist als einfallslos abstempeln wird. Dazu kommt eine irgendwie saft- und kraftlos wirkende Produktion plus einer Garagen-Rock-Attitüde mit deutlichen Referenzen an den frühen Iggy Pop und seine Stooges, ohne jedoch deren brachiale Gewalt und Wut irgendwie glaubhaft rüberzubringen. Denn auf „Mindfucker“ klingt alles zu gewollt und unecht. Vor allem herrscht allerdings eines, nämlich Langeweile.

Dann kommen die psychedelischen Songs. „I’m God“ reiht sich in die Reihe der einfallslosen Nummern ein, „Drowning“ ist dagegen von einem anderen Kaliber. Hypnotisches Schlagzeugspiel gepaart mit Single-Note-Gitarren, bevor die Band dann für das Gitarrensolo komplett aus sich rausgeht und lospoltert. Das klingt nach den Monster Magnet von früher! Das punkrockigen „Ejection“ und „Brainwashed“ gewinnen zwar auch nicht den Innovationspreis, dafür tönen sie kurzweilig und frisch. Das abschließende „When The Hammer Comes Down“ klingt aber wieder altbacken, einfallslos, gewöhnlich und banal.

Dave Wyndorf versucht auf „Mindfucker“ allem Anschein nach einen Spagat zwischen breitbeinigen Rock, garniert mit Schlangenlederstiefeln und schwarzen Sonnenbrillen, bekannt von Kult-Alben wie „Powertrip“ (1998) oder „Monotholic Baby“ (2004) sowie dem psychedelischen, hypnotisierenden Stoner-Rock der ganz frühen Jahre der Band. Leider misslingt dies zum größten Teil. Die Riffs sind austauschbar bis richtiggehend langweilig, Wyndorf selbst wirkt abwesend und kraftlos. So wird aus „Mindfucker“ insgesamt eine Enttäuschung.

Anspieltipps:

  • Drowning
  • Brainwashed

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