Koch Marshall Trio - Toby Arrives - Cover
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Koch Marshall Trio Toby Arrives


  • Label: Mascot Records
  • Laufzeit: 51 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4/10 Leserwertung Stimme ab!

Wer dieser Toby ist, erfährt der Hörer bis zum Ende nicht. Dafür beglückt das Koch Marshall Trio Blues-Freunde mit einem selten gewordenen Album ohne Gesang.

Wenn internationale Fußballturniere zwischen Ländern uns etwas lehren, dann dass Zuhörer auch ohne vorhandenen Text ihre Hymnen schmettern. Worte und Laute gehen uns Menschen für gewöhnlich leichter von der Zunge, aber wenn die Melodie uns etwas bedeutet und mitreißt, dann summen, brüllen und trällern wir schlicht im Takt der Instrumente. Auf genau diese Art von Hingabe setzt das Koch Marshall Trio, das verschiedene Bereiche des Blues durchdringt. Ohne Zweifel ist die Band ziemlich begeistert ihrer Musik. Die ausgeladene Freude am Spiel lässt sich selbst auf blechernen Boxen nicht überhören. Ein ums andere Mal kommt diese Begeisterung allerdings nicht in vollem Maße beim Zuhörer an.

„Toby Arrives“, das Album sowie der Song, ist ein selbstgefälliges Album, das zwischen Entspannung und Lethargie wandelt. Auch wenn die Musiker wie im Opener zu komplizierten Melodieläufen greifen, wirkt die Musik des Trios nie hektisch. Im positiven Sinne ist das Album dadurch eine entspannende Wohltat für Ohren, die den ound knackiger E-Gitarren lieben. Allerdings verwässern die Stücke nach einiger Zeit etwas und halten nur inbrünstige Hörer bei der Stange. Zwar wechselt das Koch-Marshall Trio zwischen Funk, Boogaloo, Boogie und vielen anderen hin und her, aber das Rezept der Lieder bleibt ähnlich. Allein im Schlusstitel „Sin Repent Repeat“ fasst die Band sich kurz und hält die Spannung über die volle Laufzeit. Ansonsten schickt die Band ihre Hörer wiederholt in den Sonnenuntergang, nur um sie für denselben Trip erneut zurückzuholen.

Auf „Toby Arrives“ finden findige Hörer unendliche Querverweise zu Freunden und Wegbegleitern des Frontmanns Greg Koch. Und wer allein für Feinheiten des ausdrucksstarken Gitarrenspiels Interesse zeigt, der findet auf „Toby Arrives“ genau was er sucht. Über die Technik hinaus fehlt es diesem Album allerdings an Stücken, die von ihrer Struktur und ihren Melodien her durchgängig mitreißen. Die Lieder verlaufen sich im Labyrinth aufwendig gestalteter Gitarrenläufe, sodass die Hörer die runden Lieder hinter all dem zur Schau gestellten Können nur schwerlich ausmachen.

Anspieltipps:

  • Sin Repent Repeat
  • Toby Arrives
  • Let’s Get Sinister

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