The Last Bandoleros - San Antonio - Cover
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The Last Bandoleros San Antonio


  • Label: Warner Bros.
  • Laufzeit: 38 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Sanft und anspruchslos vertreiben sich The Last Bandoleros die Zeit und bei ihren Hörern die schlechte Laune.

Sich über The Last Bandoleros lustig zu machen, wäre extrem einfach. Ihr Mix aus Pop und Country ist Radio freundlich und alles andere als im Trend. Auf dem Cover präsentieren sie sich wie weichgespülte Nachbarsjungen, die zu Fastnacht als Cowboys verkleidet sind. Die auch als Tex-Mex beschriebene Band lässt sich zudem auf Latin-Pop-Formeln ein, die ebenfalls aus der Mode und nicht sehr tiefgründig sind. Das Problem für harsche Kritiker: „San Antonio“ ist ein unterhaltsames Album, das konsequent leichtherzig die Zeit verstreichen lässt.

Bei 38 Minuten und zwölf Liedern errechnen nicht allein Mathematikgenies, dass The Last Bandoleros auf den Spuren der magischen Dreiminutenmarke sind. Auch ein uninspiriertes „Only Your Love“ schlägt damit nicht aufs Gemüt, weil das Lied vorbei ist, bevor sich Hörer ernsthaft darüber aufregen können. Für Aufregung sorgt das ansonsten für jeden Line-Dancer gemachte Album allerdings weder im positiven noch im negativen Sinne. Slowdance-Nummern mit Latin-Flair („I Don’t Want To Know“), brave Blues-Stampfer („Take Me To It“) und der über allem schwebende Country („Where Do I Go?“) bilden ein Amalgam, das für angenehme Harmlosigkeit steht.

„San Antonio“ ist eines dieser Alben, das sich durchgehend mitklatschen lässt und die Hände während der ein, zwei Balladen ausklingen lässt. Ansonsten dürfen die Cowboy-Stiefel angezogen werden, denn selbst das Mitwippen sieht dann zu „Adios“ und Co. authentischer aus. Hits suchen Hörer dabei so vergebens wie ernsthafte Ausrutscher. Zum Schunkeln und Hintern wackeln bei einfachen Hausarbeiten sind Lieder wie „Love With A Girl“ gerade richtig. Die volle Aufmerksamkeit erhält diese Musik selten, aber dafür steht sie auch nie im Weg. Und wer ehrlich zu sich ist, erwischt sich ein paar Mal häufiger als erwartet beim mitschunkeln.

Die einzig ernsthafte Kritik an diesem äußerst zweidimensionalen Konzept ist, dass mit „San Antonio“ alles gesagt scheint. Mehr scheint in dieser Truppe nicht zu stecken. Wenn dieses Album bis zum Ende aller Zeiten das einzige The-Last-Bandoleros-Album ist, dann wäre das in Ordnung. Die seichte Country-Pop-Unterhaltung mit vorsichtigem Rockeinschlag findet sich hier in Reinform vor. Außer einem Stilwechsel oder einer überraschenden Förderung von ungeahnter Tiefe kann ein zweites Album der Band in diesem Stil nur enttäuschen. Aber vielleicht haben Fans bis dahin schon vergessen wie die Bandoleros klingen. Schließlich rauscht ihre Musik manches Mal am Hörer vorbei.

Anspieltipps:

  • I Don’t Want To Know
  • Love With A Girl
  • Get Your Boots On

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