Hop Along - Bark Your Head Off, Dog - Cover
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Hop Along Bark Your Head Off, Dog


  • Label: Saddle Creek/CARGO
  • Laufzeit: 41 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Hop Along erinnern an die Hochzeiten von Death Cab For Cutie und bringen den emotionalen Pop-Rock zurück.

Wenn „How Simple“ dieses Jahr nicht auf diversen Indie-Parties läuft, ist etwas faul im Staate Dänemark. Hop Along präsentieren sich knapp drei Jahre nach „Painted Shut“ etwas aufgeräumter im Klang, klingen aber weiterhin angenehm nach Musik fürs Jugendzentrum. Statt in den späten Neunzigern stehenzubleiben, ist der Sound auf „Bark Your Head Off, Dog“ in der Blütezeit von Bands wie Death Cab For Cutie anzusiedeln. Die Nachwehen von Weezer sind ebenfalls zu hören, wenn die Gitarren ausgiebig Raum erhalten, um den Frühling einzuläuten.

Auf dem neuen Album schraubt die Band um Frances Quinlan das Tempo herunter und das Ergebnis gibt dem Ansatz recht. Nach der gelungenen Auftakthymne „How Simple“ mit Ohrwurmgarantie im letzten Drittel, macht die Band in „Somewhere A Judge“ konsequent weiter. Das Mid-Tempo mit vertrackten Drums steht dem Quartett sehr gut zu Gesicht. Schwierig gestalten sich allein die Akustik-Balladen wie „How You Got Your Limp“ und „Not Abel“. Letztere bricht zwar aus seiner Schale, aber diese Mini-Explosion kommt zu spät, um dem Lied nachhaltig Dynamik zu verleihen.

Dieses Leck bringt Hop Alongs neues Werk allerdings nicht zum Kentern. Zu schnell finden sie mit der Garagen-Nummer „The Fox In Motion“ in die Spur zurück und auch wenn weder „The Fox In Motion“ noch „One That Suits Me“ die Klasse des Auftakts erreichen, klingt ihr geradliniger Rock angenehm erfrischend. Mit „What The Writer Meant“ schließt die Band endgültig an die anfangs zur Schau gestellten Qualitäten an. Das wahrscheinlich vielschichtigste Stück zeigt gekonnt, wie sich intelligente Pop-Musik mit Rock-Einschlag schreiben lässt.

Mit „Look Of Love“ und „Prior Things“ findet die Band ein für die eigenen Verhältnisse geradezu episch anmutendes Ende. Mit Hymnen für Einraumzimmerwohnungen und große Träume in scheinbar kleinen Welten, geben Hop Along ihren Alltagstexten einen würdigen Rahmen. Nicht zu aufgebläht und gleichzeitig doch vor Gefühlen überschäumend singt Frances von den ewig alten Themen wie Liebe ohne ausgelutscht zu wirken.

Wenn das mit säuselnden Streichern versehene „Prior Things“ dann in Störgeräuschen ausklingt, macht sich ein wohlig bittersüßes Gefühl in der Brust breit. Mit einigen Ausnahmen und in der Mitte fehlender Zugkraft ist „Bark Your Head Off, Dog“ ein sehr durchdachtes Album, das die Hörer bei der Hand nimmt. Mit aufbegehrendem Beginn und schlüssigem Abschluss ist dieses Album ein Beweis dafür, dass die Musikszene der Jahrtausendwende weiterhin in der Lage ist frisch zu klingen.

Anspieltipps:

  • How Simple
  • What The Writer Meant
  • Look Of Love

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