Stone Temple Pilots - Stone Temple Pilots - Cover
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Stone Temple Pilots Stone Temple Pilots


  • Label: Rhino/WEA
  • Laufzeit: 48 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Stone Temple Pilots stehen sich mit ihrer Sängerauswahl selbst im Wege, dabei macht Jeff Gutt seine Sache eigentlich mehr als ordentlich.

Lange Zeit haben die verbliebenen drei Stone Temple Pilots ein Geheimnis daraus gemacht, wer ihr neuer Frontmann wird. Nach dem Rausschmiss Scott Weilands und Chester Benningtons Ausstieg waren die DeLeo-Brüder und Eric Kretz offiziell zwei Jahre ohne Sänger, ihre alten wiederum sind in der Zwischenzeit beide tragischerweise ums Leben gekommen. Der neue Frontmann hört auf den Namen Jeff Gutt und wurde in den USA vor allem durch seine Teilnahme bei X-Factor im Jahr 2012 bekannt.

Fans von Scott Weiland werden Gutt mit einem zwiespältigen Gefühl begegnen. Einerseits macht direkt der Opener „Middle Of Nowhere“ klar, dass der 41-jährige keine große Umstellung bedeutet, andererseits stellt sich die Frage ob es seitens der Band so klug war einen Sänger auszuwählen, der dem charismatischen Weiland in Bezug auf Stimmfarbe und Intonation so sehr ähnelt. Musikalisch ist der Band nichts vorzuwerfen. Auch „Guilty“, die straighte, mit leichten Glamrock-Anleihen versehene Vorab-Single „Meadow“ oder das vertrackte, latent psychedelische „Just A Little Lie“ versetzen den Hörer zurück in die Jahre zwischen 1995 und 2002 und hätten so oder so ähnlich auch auf Alben wie „Tiny Music…“, „No. 4“ oder dem zwischenzeitlichen Reunion-Album „Stone Temple Pilots“ stehen können. Neu und übermäßig kreativ klingt das alles nicht, dafür aber solide und handwerklich gut gemacht. Auch in puncto Albumtitel scheint der Band die Kreativität etwas auszugehen.

„Six Eight“ überzeugt dann auf ganzer Linie, und vermischt die eigene härtere Vergangenheit mit dem Groove von Audioslave und Gitarrist Dean DeLeo kredenzt ein paar schöne (Slide-)Leads. „Thought She’d Be Mine“, eine ruhige Ballade, tönt dann wieder gespenstisch angesichts der Tatsache von Weilands Ableben. „Never Enough“ lässt hardrockige Riffs zu, „The Art Of Letting Go“ könnte eine Art Tribut an ihren früheren Sänger darstellen und das von Akustikgitarren dominierte „Reds And Blues“ könnte grungiger nicht ausfallen. Trotz der soliden bis guten Songs will keine echte Freude aufkommen.

Das liegt vor allem daran, dass Jeff Gutt seine Sache zwar insgesamt gut macht, aber die Ähnlichkeit und die daraus resultierende Erinnerung an Scott Weiland lassen einen Vergleich aufkommen, den Gutt nicht gewinnen kann. Hier ist einzig der Band ein Vorwurf zu machen, die es nicht geschafft oder sich nicht getraut hat, einen klaren Schnitt zur Vergangenheit zu machen.

Anspieltipps:

  • Meadow
  • Six Eight
  • Never Enough
  • Spectre
  • No Surrender

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