Michael Schenker - Fest: Resurrection - Cover
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Michael Schenker Fest: Resurrection


  • Label: Nuclear Blast/WEA
  • Laufzeit: 52 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
7.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Michael Schenker versprüht seit einigen Jahren wieder eine ungemeine Spielfreude. Diese bündelt er nun mit allen wichtigen Sängern seiner Solokarriere auf einem Studioalbum.

In den letzten Jahren erfreut sich Michael Schenker wieder gestiegener Fan-Begeisterung. Nach dem starken „Spirit On A Mission“-Album unter dem „Temple Of Rock“-Banner, folgten im vergangenen Jahr zum Bandjubiläum Auftritte mit allen vier Sängern aus Schenkers Solo-Karriere. Kurz darauf wurde der Live-Mitschnitt „Live Tokyo International Forum Hall A“ auf den Markt gebracht, und jetzt gibt es schon wieder ein reguläres Studioalbum mit Gary Barden, Graham Bonnet, Robin McAuley und Doogie White am Mikrofon.

Wer bei vier Sängern vielleicht eher an Crosby Stills Nash & Young oder eine Zerstückelung des Songmaterials denkt, dem sei jetzt schon verraten, dass das Konzept gut aufgeht. Zwar kommt der Opener „Heart & Soul“ mit wenig abwechslungsreichen Single-Note-Riffs und Double-Bass-Gewitter noch ziemlich hüftsteif und, außer den kurzen Gitarrenintermezzi von Schenker und Gast Kirk Hammett (Metallica), nichtssagend daher, kann schon das direkt folgende „Warrior“ alle Skepsis beiseite fegen. Alle vier Sänger dürfen in dem mit Rainbow-Anleihen versehenen Song ans Mikro und alle werden gut in Szene gesetzt, wenngleich deutlich wird, dass Doogie White im Vergleich zu den alten Haudegen etwas ins Hintertreffen gerät, ohne seinen Beitrag schmälern zu wollen.

Der ist nämlich direkt bei „Take Me To The Church“ wieder on top. Mit Bonanza-Rhythmus, der wie die Melodieführung und Akkordfolgen an Thin Lizzy erinnert, gerät dieser Song zum ersten Highlight. „Night Moods“ präsentiert sich als catchy Hardrock-Song, der Graham Bonnet wie auf den Leib geschneidert scheint und hier mit stolzen 70 Jahren zeigt, dass er schon immer unterschätzt wurde. Ähnlich eingängig tönt „Messin‘ Around“ in der Schnittmenge von AC/DC und frühen Schenker-Alben, weshalb nicht verwunderlich ist, dass sich Gary Barden hier bestens präsentiert. Robin McAuley scheint dagegen auf die härteren Nummern abonniert zu sein, nur leider gerät „Time Knows When It’s Time“ nicht ganz so zündend wie die vorherigen Songs.

Insgesamt präsentiert sich Michael Schenker samt seiner Sängerschar in einer äußerst guten und spielfreudigen Verfassung. Seine Soli sind wie immer ungewöhnlich und innovativ, ebenso wie die Idee, mit vier verschiedenen Sängern ein Studioalbum aufzunehmen. Wobei, im Pop- oder HipHop-Bereich, sind Features ja auch kein Problem. Dem Albumfluss stört der Wechsel am Mikrofon jedenfalls nicht. Vielmehr gibt es Schenker die Möglichkeit, sich den verschiedenen Stationen seiner Karriere zu widmen und diese in die heutige Zeit zu transportieren.

Anspieltipps:

  • Take Me To The Church
  • Night Moods
  • Messin’ Around
  • The Last Supper

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