John Mayall - Three For The Road - Cover
Große Ansicht

John Mayall Three For The Road


  • Label: Forty Below Records
  • Laufzeit: 59 Minuten
Artikel teilen:
6/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Der 84-jährige Blues-Veteran wird des Shuffle einfach nicht müde.

Unzählige Studio- und Live-Alben hat John Mayall in seiner über 60 Jahre andauernden Karriere veröffentlicht. Seit den sechziger Jahren war der Posten des Gitarristen in seiner Band ein Sprungbrett für viele aufstrebende Bluesgitarristen. Eric Clapton, Peter Green, Mick Taylor, Harvey Mandel oder Walter Trout verdienten sich ihre Sporen bei Mayalls Bluesbreakers. Der Brite selbst schnallte sich die Gitarre nur gelegentlich um, nahm hauptsächlich am Piano Platz. Nun erscheint mit „Three For The Road“ ein neues Live-Album von Mayall, auf dem für die sonst im Blues so prominente Gitarre kein Platz ist. Entstanden ist „Three For The Road“ mit seinen langjährigen Begleitern Jay Davenport am Schlagzeug und Greg Rzab am Bass und wurde auf der letztjährigen Deutschland-Tour aufgenommen. Der Meister selbst übernimmt Gesang, Piano und Blues-Harp.

Mit „Big Town Playboy“ eröffnet ein entspannter Shuffle die Setlist. Seinen mittlerweile 84 Lebensjahren angepasst wirkt hier alles gut durchdacht und nicht überhastet. Schnelle Sololäufe sucht man vergeblich, Mayalls Stimme war schon immer leicht näselnd, daran hat sich nichts geändert. Die Blues-Harp bedient er nicht virtuos, aber effektiv. „I Feel So Bad“ und „The Sum Of Something“ sind ähnlich, wobei beide einen Boogie-Einschlag aufweisen. Man hört wie alt der Brite mittlerweile ist, allerdings ist es diese Erfahrung die die Performance zwar routiniert, aber auch einfach gut erscheinen lässt. Davenport und Rzab bilden ein stoisches und unverwüstliches Fundament über dem sich das „Blues Hall Of Fame“-Mitglied, nun ja, austoben wäre zu viel gesagt, aber immerhin ausgiebig verwirklichen kann. Bestes Beispiel hierfür, der fast zehnminütige Uralt-Blues-Classic „Tears Came Rolling Down“.

So shuffelt sich das Trio durch neun Songs, die alle eher im gemächlichen Tempo angesiedelt sind. Einzig John Mayalls Stimme ist durchschnittlicher Faktor, ein begnadeter Sänger war er noch nie und die Intensität der alten Blueshelden, wie John Lee Hooker, Robert Johnson oder Memphis Slim erreicht er nicht und hat es nie. Trotzdem hört man hier eine Band, die sich mit viel Routine, aber auch Spielfreude durch ihr Set groovt und so ein solides Live-Album zustande bringt, das sich bestens für entspannte Abende eignet.

Anspieltipps:

  • Big Town Playboy
  • Tears Came Rolling Down

Neue Kritiken im Genre „Blues“
Diskutiere über „John Mayall“
comments powered by Disqus