Rainbow - Memories In Rock II - Cover
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Rainbow Memories In Rock II


  • Label: Minstrel Hall Music
  • Laufzeit: 217 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
4.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Die zweite Live-Auswertung des Rainbow-Comebacks.

Nachdem sich der exzentrische Gitarren-Gott Ritchie Blackmore (73) im Jahr 1993 zum zweiten Mal, aber diesmal endgültig, bei den britischen Hardrockern von Deep Purple ausgeklinkt hatte, holte er sein ursprünglich 1984 aufgelöstes Rainbow-Projekt wieder aus der Schublade. Doch wirklich lang währte das Comeback der ehemaligen Supergruppe mit (Ex-)Mitgliedern und Legenden wie Ronnie James Dio, Tony Carey, Cozy Powell, Graham Bonnet, Roger Glover, Don Airey, Doogie White oder auch Joe Lynn Turner nicht.

1997 war schon wieder Schluss und Ritchie Blackmore rief zusammen mit seiner Lebensgefährtin und heutigen Ehefrau Candice Night die Mittelalter-Folk-Band Blackmore’s Night ins Leben. Diese existiert inzwischen seit mehr als 20 Jahren. Doch mittlerweile hat der 73-Jährige wieder Lust auf härtere Klänge bekommen und Rainbow im Jahr 2015 ein weiteres Mal aktiviert. Allerdings vorerst nur als Live-Band, was aus kommerzieller Sicht freilich auch am meisten Sinn macht. Anstatt einen neuen (halbgaren) Longplayer einzuspielen, der sich im Vergleich zu früher eh nicht befriedigend verkauft, geht es direkt an die Fleischtöpfe. Und zwar auf Tournee durch die alten Hardrock-Hochburgen, wo genügend bereitwillige Rainbow- und Deep-Purple-Fans auf den Gitarren-Haudegen warten.

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2016 ging es das erste Mal mit den neu formierten Rainbow durch die Lande, wovon das Live-Doppelalbum „Memories In Rock: Live In Germany“ (11/2016) zeugt. Mitgeschnitten wurde aber nicht nur hierzulande, sondern auch auf der britischen Insel. Und wie das Leben nun mal so spielt, wird die Rückkehr der Hardrock-Legende nun ein weiteres Mal ausgewertet, indem die drei Auftritte in Großbritannien unter dem Titel „Memories In Rock II“ veröffentlicht werden. Das bedeutet: Eine fast deckungsgleiche Track-Liste, dargeboten in der Besetzung Ritchie Blackmore (Gitarre), Ronnie Romero (Gesang), David Keith (Drums), Bob Nouveau (Bass), Jens Johanssen (Keyboards) sowie Candice Night (Background Gesang) und Lady Lynn (Background Gesang).

Klar, stellt sich nun die Frage, wer, außer den Hardcore-Fans, einen quasi identischen Aufguss ein weiteres Mal kaufen soll, auch wenn „Memories In Rock II“ im Vergleich zu „Memories In Rock I“ um eine DVD mit 80 Minuten Interview-Material aufgebrezelt wurde und mit „Waiting for a sign“ tatsächlich ein neuer Studiosong (!) an das Live-Set drangehängt wurde. Irgendwie fies, aber so läuft der Hase. Und es wird ja auch keiner gezwungen, aktuelle Live-Versionen mit massig Deep-Purple-Material („Child in time“, „Smoke on the water“, „Lazy“, „Black night“, „Perfect stranger“ oder auch „Woman from Tokyo“), gepaart mit den üblichen Rainbow-Verdächtigen („Stargazer“, „Catch the rainbow“, „Difficult to cure“, „Since you’ve been gone“, „I surrender“, „Man on the silver mountain“), zu kaufen.

Fazit: „Memories In Rock II“ stellt ein solides Live-Album eines etwas in die Jahre gekommenen Ritchie Blackmore dar, der sich mit dem jungen Sänger Ronnie Romero verstärkt hat, der an den großen Ronnie James Dio erinnern soll und seine Aufgabe durchaus stark erledigt. Ein unbedingtes Must-Have ist das Werk dennoch nicht, vor allem dann nicht, wenn sich bereits das „Memories In Rock I“-Album in der Sammlung befindet. Wer trotzdem nichts anders kann: Einfach warten, bis der Preis für das Box-Set gefallen ist oder gleich zur schicken (roten) Dreifach-Vinyl-Ausgabe greifen.

Anspieltipps:

  • Stargazer
  • Black night
  • Perfect stranger
  • Smoke on the water
  • Since you’ve been gone
  • Man on the silver mountain
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