Black Stone Cherry - Family Tree - Cover
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Black Stone Cherry Family Tree


  • Label: Mascot Records
  • Laufzeit: 52 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
8.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Ohne den Soundballast der letzten Alben klingen Black Stone Cherry so frisch und voller Spielfreude, wie selten zuvor.

In den letzten Jahren konnten sich Black Stone Cherry oftmals nicht entscheiden, ob sie als ernstzunehmende Rock-Band gelten wollen, oder doch lieber verweichlichten Mainstream-Sound fürs Radio liefern. Sowohl das 2014 veröffentlichte „Magic Mountain“, als auch das nachfolgende „Kentucky“-Album (2016) wussten nicht auf ganzer Linie zu überzeugen und machten viel mehr deutlich, dass die Band irgendwie ausgebrannt war. Die enttäuschende „Black To Blues“-EP (2017) verschärfte diesen Eindruck noch. Zu sehr tönten sowohl die eigenen Songs, als auch die Coverversionen nach einem Einheitsbrei mit austauschbaren Riffs, weichgespülten Hooks, verpackt in einen nur vordergründig harten Soundmatsch.

Für ihr neues Album beschäftigten sich die vier Herren aus Kentucky nach Eigenaussage viel mit verschiedenen Verstärker- und Gitarrensounds und siehe da, das ist auch zu hören! Und viel wichtiger: Es tut der Band ausgesprochen gut. Durch die neuen Klänge entstehen auf „Family Tree“ neue Songideen abseits der ausgelatschten Wege der zuletzt unrühmlichen Vergangenheit. So eröffnet mit „Bad Habit“ eine bluesig-funkige Nummer den Reigen, die mit einem Tempowechsel im Solo überrascht und, wie der Rest des Albums, mit einem organischen und lebendigen Klang ausgestattet ist.

Das etwas härtere „Burnin‘“ erinnert dann schon eher an die Vergangenheit der Band. Aber so satt wie in diesem Southern-Rock-Kracher mit doppelläufigen Leadgitarren klangen Black Stone Cherry schon lange nicht mehr. Mit einer groovenden Verbindung aus Blues- und Southern-Rock mit teilweise funkigen Anleihen spielt sich das Quartett geradezu in einen Rausch. „Carry Me On Down The Road“ wartet mit ausgefallenem Riffing auf und erinnert ebenso wie das ruhigere „My Last Breath“ an die Black Crowes. Warren Haynes gibt sich im Groove-Rocker „Dancin‘ In The Rain“ die Ehre und „Ain’t Nobody“ liefert ein feines Bluesriff zwischen AC/DC und ZZ Top über das spritzige Slidegitarren-Licks gestreut werden, bevor der Refrain samt weiblichem Background-Chor noch eine Portion Lynyrd Skynyrd hinzugibt.

Die Spielfreude, die Black Stone Cherry über das ganze Album an den Tag legen, der vollkommen organische und warme Sound, sowie das überzeugende Songwriting lassen sogar über die etwas schwächeren Songs wie „James Brown“, mit nervigem „Uh Uh“-Chor, und das blasse „You Got The Blues“ hinwegsehen. Fazit: Besser haben Chris Robertson, Ben Wells, Jon Lawhon und John Fred Young ihr Gemisch aus Southern-, Blues-, Hard- und Alternative-Rock selten zelebriert.

Anspieltipps:

  • Bad Habit
  • Burnin’
  • Carry Me On Down The Road
  • Ain’t Nobody
  • Get Me Over You

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