Bell Book & Candle - Wie Wir Sind - Cover
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Bell Book & Candle Wie Wir Sind


  • Label: Airforce1/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 47 Minuten
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2/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

„Wie Wir Sind“ ist eine Schlager-Pop-Enttäuschung mit ausgewählten Tiefpunkten.

Bell Book & Candle sind nach einer Weile wieder da und singen jetzt deutschsprachige Texte. Was bei den Donots eine durchaus interessante Entwicklung bedeutete, ist bei Bell Book & Candles Teil einer Kehrtwende hin zum Schlager-Pop. „Wie Wir Sind“ ist ein platt geratenes Schlager-Pop-Album gespickt mit Tiefpunkten, die Worthülsen zu gefühllosen Melodien präsentieren. Auf „Wie Wir Sind“ sind Bell Book & Candle nicht ein Schatten ihrer selbst, sondern lassen sich nicht wiedererkennen.

Wenn Helene Fischer und Unheilig sich für berechnende Titel zusammensetzen und dabei lieblos Pur nacheifern, dann klingt das Ergebnis wie „Wie Wir Sind“. Auch zu „Rescue Me“-Zeiten waren Bell Book & Candle keine Innovatoren, aber zumindest positiv gestimmte Pop-Musiker mit Folk-Einschlag. Der Euro-Pop-inspirierte Schlager auf dem neuen Album wirkt schlichtweg zynisch. Das komplett gekünstelt wirkende „Liebeslied“ ist der frühe Tiefpunkt auf einem seelenlos wirkenden Album. Hörer sind dankbar, wenn in Balladen wie „So Nah“, wenigstens keine einschläfernden Plastik-Beats den Mitklatsch-Rhythmus angeben. Zur Erholung reichen diese Pausen kaum, wenn vorher das lieblose „Liebeslied“ und im Anschluss die Fischer-Ausschussware „Déjà-Vu“ ertönen.

Für Fans der Band ist „Wie Wir Sind“ ein Schlag aufs Trommelfell, doch auch Neulinge fragen sich, wer diese Spruchbandtexte zu austauschbaren Melodien wirklich feiern soll. Sicherlich lassen sich die schnellen Nummern auf diesem Album in Playlists für das nächste Festzelt einbauen und mitgrölen, aber berühren kann diese Musik von Natur aus nicht. Auf „Wie Wir Sind“ herrscht die pure Belanglosigkeit, die mit „So Wie Du Bist“ das Dreieck der schlechten Musik komplettiert. Die Rückkehr von Bell Book & Candle ist eine Enttäuschung mit Tiefpunkten, die die fehlenden Qualitäten mit Tiefpunkten untermauert. Nach gut 47 Minuten und einem unzusammenhängenden „Junimond“-Cover ist ein Schlager-Pop-Album vorbei, über welches hoffentlich schon bald niemand mehr redet.

Anspieltipps:

  • So Nah
  • Ich Bin Wie Keine
  • Wie Wir Sind

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