Palace Winter - Nowadays - Cover
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Palace Winter Nowadays


  • Label: Tambourhinoceros/INDIGO
  • Laufzeit: 42 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein Hauch Kashmir und Trail Of Dead reicht noch nicht, um in die oberen Indie-Rocksphären vorzustoßen.

Ein Rockalbum mit einem Klavier einzuleiten, ist auch 2018 nicht wieder Mode, sondern lässt gleich Pop-Abmilderung erwarten. Palace Winter geben sich auf „Nowadays“ alle Mühe, dass ihr Ansatz als ähnlich größenwahnsinnig wie bei And You Will Know Us By The Trail Of Dead wahrgenommen wird und die progressiv verspielten Elemente an Genre-Perlen wie Kashmir erinnern. Was zu schön klingt, um wahr zu sein, lässt die ganz großen Momente vermissen, aber ist definitiv ein Schritt in eine Richtung, die neugierig macht.

Der Albumauftakt steht für eine angefangene Klangreise, die hohes Potenzial erahnen lässt. Die pompöse Hymne „Take Shelter“ erzeugt eine erhabene Stimmung aus welcher heraus die Band mit „The Ballroom“ aus dem Stand tanzbaren Rock mit einer düsteren Pop-Note zaubert. „Empire“ nimmt diesen Schwung noch mit, rutscht aber etwas harmlos in den Pop ab, was in „Baltimore“ seinen glatten Tiefpunkt erreicht. Palace Winter verlieren ihre Tiefe mit andauernder Spielzeit, was sie erst mit „The Accident“ wieder ausgleichen.

Auf „Nowadays“ kommt zum Vorschein, dass die Band äußerst gerne auf ähnlich klingende Grundstrukturen zurückgreift, was die Wirkung von Liedern wie „Come Back (Left Behind)“ schmälert und im Mittelmaß versinken lässt. Auch hinter im ersten Momenten interessanten Stücken mit 80er-Jahre-Flair wie „Demon“ ist manches Mal zu wenig Druck, um über die komplette Spielzeit zu unterhalten. Bis zum Schluss suchen Hörer die hohe Qualität der ersten Lieder vergebens.

„Nowadays“ gibt zu Beginn ein vollmundiges Versprechen, das nicht vollends eingelöst werden kann. Das Atemberaubende wird schnell gefällig, ohne ein großes Qualitätsgefälle zu offenbaren. Das ist als Gesamtpaket ordentlich. Trotzdem werden Hörer bei jedem Hördurchgang nach „Take Shelter“ und „The Ballroom“ abermals hoffen, dass sich mehr auf diesem Album verbergen möge.

Anspieltipps:

  • Take Shelter
  • The Ballroom
  • The Accident

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