The Sword - Used Future - Cover
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The Sword Used Future


  • Label: Spinefarm/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 43 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
3.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Zahmer Hippie-Rock, der von allem immer nur ein bisschen kann, aber nie echte Begeisterung auslöst.

Die Band The Sword aus Austin, Texas, hat in ihrer knapp 15-jährigen Karriere eine musikalische Entwicklung genommen, die anfänglich im Heavy Metal begann, sich dann über Doom- und Stoner-Anleihen in Richtung Hardrock verabschiedete und mittlerweile in den extrem angesagten Classic-Rock-Gefilden angekommen ist. Kein Wunder, dass The Sword mit dieser Vita schon diverse Male als Vorgruppe von Metallica spielten. Die Bay-Area-Thrasher servieren ihr metallisches Menü schließlich auch recht abwechslungsreich mit Einflüssen aus Punk, Hardcore, Prog-, Hard- und Classic-Rock, selbst dann, wenn für die meistens Fans tatsächlich nur die Speed- und Thrash-Orgien aus den 80er Jahren zählen.

Doch sei’s drum. Solange die stilistischen Drehungen und Wendungen authentisch sind und nicht danach riechen, dass eine Band ihr Fähnlein ständig neu in den Wind steckt, ist alles in Ordnung. Schließlich hat kein Fan ein automatisches Anrecht darauf, wie seine Lieblingsgruppe zu klingen hat. Und zudem wird ja niemand dazu gezwungen, sämtliche Alben einer Band auf Lebzeiten zu kaufen. Also machen wir uns erst einmal locker, während sich The Sword 2½ Jahre nach ihrem letzten regulären Studio-Release „High Country“ (08/2015) mit dem „Used Future“-Longplayer zurückmelden und völlig konsequent einen weiteren Schritt in Richtung Classic Rock einschlagen.

Unterstützt wurden John D. Cronise (Gesang, Gitarre), Kyle Shutt (Gitarre), Bryan Richie (Bass, Keyboards) und Santiago Vela III (Drums) bei den Aufnahmen zu „Used Future“ von dem Songschreiber, Toningenieur und Produzenten Tucker Martine (The Decemberists, The Avett Brothers, Modest Mouse, First Aid Kit, My Morning Jacket, The Jayhawks, R.E.M.) – ein Name, der im Metal-Segment fürwahr unbekannt ist. Da The Sword auf „Used Future“ aber schnurstracks auf den 70er-Jahre-Rock-Highway unterwegs sind, macht diese Kombination durchaus Sinn.

Positiv ist dabei zu vermerken, dass The Sword auf ihrem vermeintlichen Retro-Trip nicht als bloße Kopisten agieren, sondern um einen eigenständigen Sound bemüht sind. Dieser trägt noch ein paar der früheren Stoner-Wurzeln in sich und verzichtet auf den genreüblichen Schweine-Orgel-Sound. Damit lässt sich grundsätzlich leben, doch wer in diesem Zusammenhang auf irgendwelche Geniestreiche gewartet hat, wird von den 13 Tracks auf „Used Future“ leider enttäuscht. Denn dazu erweist sich die musikalische Gemengelage in der Regel als zu bieder. Ohne zündende Ideen arbeiten sich die vier Amerikaner durch zahmen Hippie-Rock, der von allem immer nur ein bisschen kann, aber nie echte Begeisterung auslöst.

Anspieltipps:

  • Used future
  • The wild sky
  • Book of Thoth
  • Deadly nightshade

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