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Superorganism Superorganism


  • Label: Domino Records
  • Laufzeit: 33 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
8/10 Leserwertung Stimme ab!

Die achtköpfige Multikulti-Truppe aus dem Londoner East End ist der Indie-Pop-Hype der Stunde.

Hach, das ist doch endlich mal wieder eine herzerwärmende Geschichte, die sich im Zusammenhang mit der Newcomer-Band Superorganism erzählt wird: Es waren einmal acht junge Musik-Nerds aus Japan, Australien, Südkorea, Neuseeland und Großbritannien, die sich in Internet-Foren über ihr liebstes Hobby austauschten, so wie es viele Gleichgesinnte ebenfalls Tag für Tag tun. Doch anstatt in der Anonymität des Internets zu verweilen, beschlossen Orono „OJ“ Noguchi, Christopher Young (Harry), Mark Turner (Emily), Tim Shann (Tucan), Blair Everson (Robert Strange), Ruby, B und Soul, ihre Leidenschaft für Musik auch im wahren Leben zu entfalten.

Also zogen die acht Nerds nach London, mieteten sich eine Bleibe im East End und entfalteten sich zu einer Wohn-, Lebens- und Kreativgemeinschaft. Nach einem Jahr, in dem Superorganism einen echten Hype im Londoner Underground entfachten, legt die Multikulti-Truppe nun ihren Debüt-Longplayer vor, mit dem sich Superorganism nun der ganzen Welt präsentieren und beweisen müssen, dass Internet-Phänomene auch in der Realität zahlende Kunden anlocken können.

Kein Soundcloud, kein YouTube und keine Virtual Reality: Superorganism müssen nun liefern und fahren dazu zehn Songs mit 33 Minuten Spielzeit auf. Damit bewegen sie sich exakt in den klassischen Grenzen für den perfekten Popsong. Musikalisch bricht die Rasselbande allerdings schon mit dem Opener „It’s all good“ aus den Genre-Barrieren aus und kredenzt dem geneigten Hörer einen Cocktail aus mehrstimmigem Gesang, Samples, Geräuschen aller Art und durchaus lieblichen Melodien. Damit bewegt sich das achtköpfige Monster genau auf der Schwelle zwischen nerdigem Gefrickel („Nobody cares“) und einem Mindestmaß an Eingängigkeit („Sprorgnsm“).

Mit ihrer Musik bringen Superorganism ein bisschen Abwechslung in die Szene, ohne dass der Achter dabei Sensationelles oder gar großartig Innovatives leistet. Wer sich zum Beispiel an die frühen Stilübungen eines Beck Hansen erinnert, diese mit freshen Geräusch-Samples kombiniert und dazu einen japanischen Teenager singen lässt, darf sich im kurzweiligen Superorganism-Kosmos willkommen heißen, in dem Spaß an der Freude und sympathisches Nerdtum den Sound bestimmen. Ob der Hype damit bereits am Ende ist oder eine Fortsetzung findet, wird die Zeit zeigen.

Anspieltipps:

  • Sprorgnsm
  • Night time
  • Something for your M.I.N.D.
  • Everybody wants to be famous
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