Gizmo Varillas - Dreaming Of Better Days - Cover
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Gizmo Varillas Dreaming Of Better Days


  • Label: Big Lake Music/Rough Trade
  • Laufzeit: 40 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
4.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Album Nummer zwei des jungen Spaniers, der seine Heimat in London gefunden hat.

Der im spanischen Santander geborene und aktuelle Wahl-Londoner Gizmo Varillas (28) ist schon in frühester Kindheit viel auf der Welt herumgekommen. Er fand sein privates und schulisches Glück in Großbritannien, wo er auch sein Studium der Soziologie und Medienwissenschaften sowie Linguistik und Übersetzungen erfolgreich absolvierte. Ebenso gerne verbringt Gizmo Varillas seine Zeit in Südfrankreich, wenn er nicht gerade ein einer neuen Platte arbeitet. Denn seine Musik nimmt der Spanier zumeist im Wohnzimmer-Heimstudio auf, umgeben von haufenweise exotischen Instrumenten, die er mehr oder weniger alle im Alleingang für seine Easy-Listening-Songs einspielt.

Diese haben ihm schon bei seinem Debütalbum „El Dorado“ (11/2016) Vergleiche mit Paul Simon, Manu Chao und Devendra Banhart eingebracht. Ein Status, auf den der 28-Jährige nun mit „Dreaming Of Better Days“, seinem Zweitwerk, aufsetzen kann. Und tatsächlich ist es so, dass Gizmo Varillas bereits mit den ersten Klängen auf „Dreaming Of Better Days“ eine lockere, von groovigen Rhythmen und Percussion-Instrumenten dominierte Urlaubsstimmung erzeugt. Diese Vibes ziehen sich vom ersten („Lonely heart“) bis zum letzten Track („Lights down now“) durch das gesamte Werk, selbst wenn die Texte mal etwas ernster und gefühlvoller ausfallen („Losing you“).

Tatsächlich ist dieses Stilmittel, traurige Texte mit fröhlichen Melodien zu verbinden, gewiss nichts Neues in der Popmusik, mag dem einen oder anderen Hörer dennoch fremd vorkommen. Zumindest wird hier und da der Eindruck erweckt, dass diese Methode auf Dauer zulasten des Tiefgangs geht, so als könnte der Spanier scheinbar nur Gute-Laune-Musik im Stile von „Fever, fever“ oder auch „Through the hourglass“ komponieren. Dadurch besteht latent die Gefahr, Gizmo Varillas‘ Easy-Listening-Pop in eine seichte Ecke zu stellen, der Songs wie „Feeling alright“, „Camino al amor“ oder „The truth will be heard“ leider auch bedrohlich nahekommen.

Fazit: Mit „Dreaming Of Better Days“ erleben wir ein nettes, kleines Popalbum, das mit seiner entwaffnenden Harmlosigkeit am ehesten an das Spätwerk eines Jack Johnson erinnert, der damit seinen einstmaligen Status auch nur noch verwaltet.

Anspieltipps:

  • Fever, fever
  • Lights down now
  • Love heals with time
  • Through the hourglass
  • Dreaming of better days
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