CHVRCHES - Love Is Dead - Cover
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CHVRCHES Love Is Dead


  • Label: Vertigo/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 49 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Unter Anleitung von Dave Stewart und Greg Kurstin steuern CHVRCHES deutlicher denn je in Richtung Mainstream.

Mit der Electro-Pop-Band CHVRCHES aus Glasgow, Schottland, mischt seit sechs Jahren eine frische Formation in den Charts mit, die ihre Musik komplett in Eigenregie produziert und – trotz Majorvertrags – auf den Input externer Songwriter verzichtet. Doch diesmal sieht das Ganze etwas anders aus. Für ihren dritten Longplayer „Love Is Dead“ haben sich Lauren Mayberry (Gesang, Synthesizer, Drums), Iain Cook (Gitarre, Gesang, Bass, Synthesizer) und Martin Doherty (Sampler, Synthesizer, Gesang) haben sich die Schotten Eurythmics-Mastermind Dave Stewart als Mentor ins Boot geholt und Greg Kurstin (Beck, P!nk, Kelly Clarkson, Foo Fighters, Gwen Stefani, Ellie Goulding, Lana Del Rey) als Co-Songwriter und Produzenten verpflichtet.

Das ist gleich eine ganz andere Hausnummer, als die selbstverantworteten Alben „The Bones Of What You Believe“ (09/2013) und „Every Open Eye“ (09/2015) und eine ganz neue Offenheit in ihrem kreativen Prozess, der auch von äußeren Einflüssen bestimmt wurde, wie CHVRCHES zugeben müssen: „Wir leben in einer Zeit, in der das Ende der Empathie ziemlich offensichtlich ist. Du schaltest die Nachrichten ein und siehst eine Geschichte nach der anderen von selbstbezogenen, unfreundlichen Menschen, aber auch Geschichten von Stärke und Widerstand. Wie gehen wir mit diesen beiden Seiten der Welt um?“.

Neben den flauschigen Synthie-Teppichen war stets der liebreizende Gesang von Lauren Mayberry das zentrale Element im CHVRCHES-Sound. Daran hat sich auch auf „Love Is Dead“ nichts geändert. Allerdings ist die führende Hand Greg Kurstins zu spüren, der dem Trio den letzten, vielleicht noch fehlenden kommerziellen Kick gibt und die Melodien noch stärker in Richtung Mainstream trimmt. So könnten Tracks wie „Deliverance“ jetzt zwar auch von Taylor Swift oder Ellie Goulding sein, aber das ist nun mal der Preis, wenn man sich ein Hit-Monster wie Greg Kurstin einkauft.

Auf diese Weise und mit luftigen Stücken wie „Miracle“, „Get out“ oder auch „Graves“ kommen CHVRCHES vielleicht ihrem Traum von einer Nummer-1-Single näher, doch dies geht auch ein wenig zulasten der eigenen Identität. Die dezente Subtilität des Debüts fehlt hier fast völlig und stellt sich erst zum Ende hin mit Songs wie „God’s plan“ und „Really gone“ ein. Das ist unterm Strich zwar etwas wenig Salz in der Suppe, reicht aber für ein solides Mainstream-Pop-Werk, das die Erwartungen aber nur bedingt erfüllt.

Anspieltipps:

  • Graves
  • Get out
  • Miracle
  • My enemy
  • Really gone
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