Derek Smalls - Smalls Change (Meditations Upon Ageing) - Cover
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Derek Smalls Smalls Change (Meditations Upon Ageing)


  • Label: BMG Rights Management
  • Laufzeit: 59 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Vor 25 Jahren fragten wir uns: „Ist die Welt wirklich bereit für Spinal Tap?“. So langsam brauchen wir darauf mal Antworten! Vielleicht hat sie Bassist Derek Smalls.

Im Jahr 1984 kam die US-amerikanische Independent-Musik-Komödie „This is Spinal Tap“ als Regiedebüt von Rob Reiner (u.a. Stand By Me, Eine Frage der Ehre, Misery, Harry und Sally) in die Kinos. In dem Film geht es um die in den 60er Jahren gegründete fiktive britische Heavy-Metal-Band Spinal Tap (bekannt als eine der lautesten Bands Englands), die sich in den 80er Jahre auf eine Comeback-Tour durch die USA begibt und dabei von einem Filmteam begleitet wird. Auf ihrer Reise sind die Musiker allerhand Schwierigkeiten ausgesetzt und bilden damit sämtliche Klischees der Musik- und Medienbranche ab.

Zwar konnte die Billig-Produktion an den Kinokassen in keiner Weise überzeugen, doch im Laufe der Jahre avancierte der Streifen zu einem Kult-Objekt auf VHS-Video (und inzwischen auch auf Blu-ray und DVD), das bis heute viele Fans hat und als eines der Referenzwerke unter den Mockumentarys gilt. In den Hauptrollen agierten Michael Kean als David St. Hubbins (Gitarre), Christopher Guest als Nigel Tufnel (Gitarre) und Harry Shearer als Derek Smalls (Bass) - sowie zahlreiche Drummer, die Spinal Tap durch merkwürdige Todesfälle verschlissen haben (by the way: der wohl beste Running Gag in der Filmgeschichte).

Nun erweckt Komiker und Schauspieler Harry Shearer im zarten Alter von 74 Jahren seinen Charakter des Derek Smalls zu neuem Leben und präsentiert seinen ersten Solo-Longplayer „Smalls Change (Meditations Upon Ageing)“. Sogar eine parallele Tournee hat der Kult-Bassist gestartet. Und das alles vermutlich nur, weil der gute Mann pleite zu sein scheint und auf diese Weise neue Einnahmen erhofft. So wurde das Album per Internet-Crowdfunding vorfinanziert und mit freundlicher Hilfe einer ausgeprägten Star-Armada eingespielt, zu der u.a. David Crosby, Steve Vai, Chad Smith (Red Hot Chili Peppers), Rick Wakeman (Yes), Phil X (Bon Jovi), Taylor Hawkins (Foo Fighters), Steve Lukather (Toto), Richard Thompson, Dweezil Zappa, Judith Owen und Joe Satriani gehören. Produziert hat das Ganze C.J. Vanston (Prince, Celine Dion, Richard Marx, Tina Turner, Joe Cocker).

„Smalls Change (Meditations Upon Ageing)“ beschäftigt sich auf selbstreflektierende Weise mit dem Thema älter werden. Musikalisch bewegen sich Derek Smalls und seine Allstar-Truppe dazu in (im wahrsten Sinne des Wortes) klassischen Hardrock-Gefilden, die immer wieder mit orchestralen Elementen aufgepeppt werden („Faith no more“) und auf progressiver Ebene wie aus den 70er Jahren zu stammen scheinen („When men did rock“). Das gelingt zwar nicht immer komplett überzeugend, doch es ist nicht zu überhören, dass Smalls musikalische Begleiter Meister ihres Fachs sind. Aber Obacht: 100 Prozent ernst geht es bei den 14 Stücken nie zur Sache. Der Beigeschmack einer Parodie schwingt bei jedem Ton und jeder Textsilbe mit („Memo to Willie“), was der Hörer definitiv mögen muss, um dieses Album nicht genervt durchzuwinken.

Anspieltipps:

  • MRI
  • Smalls change
  • Gummin‘ the gash
  • When men did rock
  • She puts the bitch in obituary
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