Bonfire - Temple Of Lies  - Cover
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Bonfire Temple Of Lies


  • Label: AFM Records
  • Laufzeit: 69 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Ingolstädter Hardrocker bedienen sich endlich wieder im eigenen 80er-Jahre-Klang-Kosmos.

Ziemlich genau ein Jahr nach dem „Byte The Bullet“-Album (03/2017), dem ersten mit dem neuen Sänger Alexx Stahl, folgt nun mit „Temple Of Lies“ direkt der nächste Longplayer der Hardrocker aus Ingolstadt. Die Kontroversen um Ex-Sänger Claus Lessmann scheinen der Vergangenheit anzugehören, dafür fällt die Band mit zwiespältigen „pay-to-play“-Angeboten auf, die etwaige Vorbands dazu verdonnert, eine Mindestanzahl an Tickets zu nicht gerade unbedeutenden Preisen zu verkaufen. Wer darauf eingeht, ist allerdings selbst schuld.

Musikalisch ging es auf dem Vorgänger über die volle Distanz eher durchschnittlich zu, doch hier und da versteckten sich durchaus ein paar Perlen. Meist dann, wenn Bonfire nicht versucht haben, die eigene Vergangenheit im melodischen Hardrock durch härtere Stilelemente zu verschleiern. Mit „On The Wings Of An Angel“ gelingt dies der Band erneut. Eine solche Melodic-Rock-Nummer mit einprägsamer Keyboard-Line, einer catchy Gesangslinie direkt aus den 80ern, angesiedelt in der Schnittmenge von Survivor, Bon Jovi oder gar Foreigner, steht der Band viel besser als der Pseudo-Metal der beispielsweise im Titelsong geliefert wird. Dieser wartet als Mischung aus „Painkiller“ (Gesang und Riffing), Accept (Backing Voals) und Helloween (Refrain) auf und wirkt doch etwas übermotiviert.

Gerade Sänger Stahl macht auf den melodischeren oder mehr im Hardrock verankerten Songs eine viel bessere Figur als mit seinem Halford-Gedächtnisgesang. So können auch das treibende „Stand Or Fall“ oder die, textlich zwar mit vielen Plattitüden beladene Ballade „Comin‘ Home“ überzeugen. Demgegenüber steht dann ein Totalausfall wie der Mitgröl- und Schunkelrocker „Feed The Fire (Like The Bonfire)“, der wohl einzig der Verwendung des eigenen Bandnamens wegen überhaupt in Erwägung gezogen wurde. Trotzdem überwiegt auf „Temple Of Lies“ das Positive, denn auch im hinteren Drittel finde sich mit „Fly Away“ und „Love The Way You Hate Me“ zwei standesgemäße Hardrocker, die auch die Spielfreude der Band glaubhaft vermitteln.

Fazit: Mit deutlich mehr Hardrock als Power Metal tun sich Bonfire einen großen Gefallen. Mit einer etwas anderen Produktion könnten einige der Songs auf „Temple Of Lies“ auch auf den Alben aus den 1980er Jahren stehen, was ganz klar als Kompliment gemeint ist. Auf ganzer Linie überzeugt das Album zwar nicht, trotz dessen ist es eine nicht unerhebliche Steigerung zum Vorgänger „Byte The Bullet“.

Anspieltipps:

  • On The Wings Of An Angel
  • Stand Or Fall
  • Love The Way You Hate Me

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