Arionce - Deep Ocean Grey EP - Cover
Große Ansicht

Arionce Deep Ocean Grey EP


  • Label: Record Jet/SOULFOOD
  • Laufzeit: 20 Minuten
Artikel teilen:
5.5/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Arionce holen den Hörer nicht von den Füßen, aber die „Deep Ocean Grey“-EP verspricht trotzdem essenziell Wichtiges: Potenzial.

Die süße Annäherung des Prog-Rocks an den Mainstream war viel zu kurz. Anfang der 2000er startete eine knapp zehnjährige Welle an Bands, die sich aus härteren Gefilden dem massentauglichen Rock etwas anpasste. Das Ergebnis war mit Bands wie Dredg, The Mars Volta und A Perfect Circle anspruchsvolle Rockmusik, für deren Genuss Hörer aber keinen Hochschulabschluss benötigten. Arionce schließen wieder ein wenig an diesen vergangenen Trend an und machen Gitarren-Rock mit Querverweisen zu fetten Soundwänden und dem sehnsüchtigen Gesang eines Gavin Hayes.

Arionce sind viel sachter als die oben genannten Vorbilder und doch versteckt sich in ihrer Musik genug, um in alten Zeiten zu schwelgen. Zwar sind Arionce für die ruhigen und manchmal auch beunruhigenden Zwischentöne zuständig, aber an der gewohnten Tiefe und den Ebenen des Genres fehlt es nicht. Mit „Warrior“ und „Storm“ spielt die Berliner Band ihre Stärken gekonnt in den Fokus. Die sphärischen Gitarren und der ausladende Gesang stehen komplett im Rampenlicht und lassen sich von vielschichtigen Arrangements unterstützen. Der Gesang stößt dabei stellenweise an seine Grenzen und das Gerüst der Arrangements reißt noch nicht komplett mit, aber das Potenzial ist nicht zu überhören.

Nach dem gelungenen Start kommt mit „The Coast“ ein Bruch, der den Fluss der Musik nicht aufrechterhalten kann. Bei niedrigeren Schlagzahlen fehlt dem Trio die nötige Atmosphäre, um die Hörer zu begeistern. Auch in „Burning Tree“ tun sich Arionce lange schwer, bis das Finale dem Lied ein ansprechendes Gesamtbild verleiht und „Ghost“ den nötigen Pop-Appeal wieder aufgreift. Die Herausforderung für die Berliner Neulinge besteht darin, dass sie ihr geliebtes Prog-Rock-Genre noch besser einbinden müssen, um nicht von Pop-Nummern im Prog-Kleid abhängig zu sein. Für eine 20-minütige EP ist das in Ordnung, doch einem Album steht die fehlende Vielseitigkeit noch im Weg.

Anspieltipps:

  • Warrior
  • Storm
  • Burning Tree

Neue Kritiken im Genre „Indie-Rock“
7/10

... And The Fallen Universe
  • 2018    
Diskutiere über „Arionce“
comments powered by Disqus