Island - Feels Like Air - Cover
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Island Feels Like Air


  • Label: Frenchkiss Records
  • Laufzeit: 44 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
8.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Island reihen sich in die Riege elektronisch angehauchter Rockbands, die sich bei bekömmlicher Progressive-Musik bedienen.

Island entführen Hörer mit ihrem Debüt-Album auf eine abgelegene Insel, auf der sphärische Rockmusik den Puls verlangsamt. In der Manier des Debüts von Sizarr sind Island nicht auf Chartstürmer aus. Ihre Lieder unterliegen klar den Gesetzen der eigens gesponnenen Klanglandschaften. Den britischen Neulingen gelingt der Schritt in die Szene von Bands, die auf ruhige Zwischentöne setzen. Richtig spannend ist „Feels Like Air“ allerdings, wenn Island ihren feingeistigen Ansatz durch nahezu geschrienen Gesang und scheppernde Instrumente aufbrechen.

„The Day I Die“ ist eines dieser Lieder, das die Existenz eines Albums im Alleingang rechtfertigt. Der in „Ride“ und „Try“ behutsam eingeführte Stil der Band zeigt in „The Day I Die“ mit sehnsüchtigem Gesang und fast schon übersteuertem Schlagzeug eine ganz neue Wirkung. Gleichzeitig bleibt der Stil der Band erhalten, womit dieser zentrale Track Island die nötige Tiefe gibt, um potenziell mehr als nur eine Band von vielen zu sein. Dass mit „Something Perfect“ eine gediegene Nummer im Stile des Auftakts diese Elemente vorsichtiger gebraucht, ist ein Zeichen dafür, wie gut Island ihren eigenen Ansatz verstehen und umsetzen.

Auf „Feels Like Air“, das lässt sich schnell erkennen, greifen viele Räder erfolgreich ineinander. Zwar liegen Lieder wie „Perfect Something“ und „Horizon“ tonal zu nah beieinander, aber die Qualität der Lieder gibt der Band recht. In ihren besten Momenten klingen Island wie die leicht raubeinigen Cousins von Sizarr, die gerne „Catch Without Arms“ von Dredg hören.

Was der Band zum großen Durchbruch fehlt, ist mehr Dynamik. Ihren Soundkosmos beherrschen Island erstaunlich gut, aber genau dieser Kosmos bettelt nach intelligenten Erweiterungen. Im Prinzip starke Nummern wie „God Forgive“ lassen sich durch Konkurrenz aus den eigenen Reihen einpferchen. Die Lieder gleichen sich zu sehr und dadurch kommt „Feels Like Air“ nie langfristig ins Rollen. Das Potenzial bleibt dabei durchgehend hörbar und so ist dieses Debüt ein vielversprechendes, das hoffentlich nur der Startschuss für eine erfolgreiche Karriere ist.

Anspieltipps:

  • The Day I Die
  • Something Perfect
  • Ride

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