Leon Bridges - Good Thing - Cover
Große Ansicht

Leon Bridges Good Thing


  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 34 Minuten
Artikel teilen:
5.5/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Auf „Good Thing“ gibt es modernere Sounds, als auf dem Vorgänger. Leon Bridges Stimme fehlt allerdings immer noch das gewisse Etwas.

Vor drei Jahren erschien mit „Coming Home“ das Debütalbum von Leon Bridges und es dauerte nicht lange bis der Texaner als der Retter des Soul angepriesen und mit ihm an der Spitze die Rückkehr der Soulmusik vorhergesagt wurde. Dass die Platte im Rückblick doch etwas zu harmlos wirkt und mehr R’n‘B als Soul bietet relativiert diese Aussagen. Drei Jahre später führt der Soul immer noch ein Nischendasein und Leon Bridges legt mit „Good Thing“ sein neues Album vor.

Dieses wird vom zuckersüßen Schlafzimmer-R’n’B in „Bet Ain’t Worth The Hand“ eröffnet. Es wird direkt im Opener schon deutlich was auch dem Debüt fehlte. Bridges ist ein guter Sänger, aber seine Stimme ist im wahrsten Sinne des Wortes austauschbar. Zu glatt und zu angepasst könnte der 28-jährige auch in jeder Boygroup unterkommen. Es fehlt der besondere Reiz oder Patina in der Stimme, die beispielsweise ein Otis Redding schon in jungen Jahren hatte, bevor er mit 26 Jahren verstarb. Auch die wirklich soulige Nummer „Mrs.“ macht die fehlenden Widerhaken in der Stimme mehr als deutlich.

Im weiteren Verlauf des Albums wird deutlich, dass moderne Sounds Einklang in Bridges Kosmos gefunden haben. „Forgive You“ besticht mit stetem Groove und urbanen Sounds, die Neo-Soul-Klänge in „Bad Bad News“ oder „Lions“ werden mit jazzigen Elementen angereichert und „If It Feels Good (Then It Must Be)“, sowie „You Don’t Know“ versprühen funkigen basslastigen Disco-Flair, wie ihn zuletzt Daft Punk zurück ins Rampenlicht brachten. „Beyond“ wiederum gibt mit seinem entspannten Flair samt Akustikgitarren einen lupenreinen Sommerhit ab der zwischen Bruno Mars und Prince anzusiedeln ist.

Die Musik auf „Good Thing“ ist nicht wirklich schlecht, mitreißend geht allerdings auch anders. Leon Bridges wendet sich etwas vom zuckersüßen Soul und R’n’B des Vorgängeralbums, ohne jedoch den schmalzigen Teil abzulegen und an Reife in der Stimme zu gewinnen. Statt Old-School-Soul gibt es nun Neo-Soul mit Jazz-, Funk- oder starken Pop-Anleihen. Besser als der Mainstream, trotzdem Durchschnitt.

Anspieltipps:

  • Beyond
  • You Don’t Know
  • Mrs.

Neue Kritiken im Genre „Soul“
Diskutiere über „Leon Bridges“
comments powered by Disqus