Van Morrison - You´re Driving Me Crazy - Cover
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Van Morrison You´re Driving Me Crazy


  • Label: Legacy/Sony Music
  • Laufzeit: 70 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein solides Jazzalbum von Van Morrison und Joey DeFrancesco. Mit 70 Minuten Spielzeit ist es aber deutlich zu lang geraten.

Nach der erfolgreichen Platte „Born To Sing: No Plan B“ (10/2012) dauerte es, abgesehen von dem Duettwerk „Duets: Re-Working The Catalogue“ (03/2015), vier Jahre, bis mit „Keep Me Singing“ (09/2016) ein neuer Longplayer von Van Morrison erschien. Seit diesem Album gab es mittlerweile mit „Roll With The Punches“ (09/2017) und „Versatile“ (12/2017) zwei weitere Veröffentlichungen.

Mit „You’re Driving Me Crazy“ erscheint nun das vierte Album innerhalb von nicht mal zwei Jahren. Wie schon auf dem Vorgänger, bedient sich der Nordire vornehmlich bei Jazzstandards und Material aus der eigenen Vergangenheit. Neu dabei ist die Jazzgröße Joey DeFrancesco, der auch auf dem Albumcover als gleichwertiger Künstler genannt wird, firmiert das Werk doch unter dem Banner „Van Morrison And Joey DeFrancesco“. Dem Amerikaner wird auch tatsächlich ziemlich viel Raum zur Entfaltung gelassen. Die ausgiebigen Hammond-Soli auf „Hold It Right There“ oder „The Way Young Lovers Do“ und Trompeteneinsätze in „Travelin‘ Light“ oder dem endlos langen „Goldfish Bowl“ zeigen einen gleichwertigen Gegenpart zu Morrison. Dieser wechselt sich mit Troy Roberts am Saxofon ab, die Band wird komplettiert von Dan Wilson (Gitarre) und Michael Ode am Schlagzeug.

Musikalisch wird - wie schon erwähnt - hauptsächlich dem Jazz gefrönt, angereichert mit leichten Bluesanleihen, wie in „Things I Used To Do“ oder Swing-Elementen in „Have I Told You Lately?“, das der mittlerweile 72-Jährige erstmals im Jahr 1989 veröffentlichte und ihm 1995 in der Version mit den Chieftains einen Grammy bescherte. Der Opener „Miss Otis Regrets“, ein Cole-Porter-Song, kommt als jazzige Pianobar-Nummer daher, allerdings kommt der Hörer nicht umhin, festzustellen, dass Van Morrison stimmlich gerade hier nicht in der allerbesten Verfassung ist. Vielleicht ist es auch Absicht, aber sein Gegrummel kommt teilweise doch recht irritierend rüber und klingt, als hätte sich der Sänger in der Pianobar schon den einen oder anderen hinter die Binde gekippt.

Insgesamt lässt sich „You’re Driving Me Crazy“ als solide bezeichnen. Nicht mehr und nicht weniger. Natürlich geht der Altmeister kreativ mit den Songs um, für neue Songs scheint die Kreativität allerdings nicht mehr auszureichen. Auch die Länge des Albums ist mit 70 Minuten zu viel des Guten, sodass sich ab und zu ein paar Ermüdungsanzeichen breit machen.

Anspieltipps:

  • Hold It Right There
  • The Things I Used To Do
  • Sticks And Stones

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