Sting & Shaggy - 44/876 - Cover
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Sting & Shaggy 44/876


  • Label: Interscope/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 43 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
8.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Auf der Suche nach einer besseren Zukunft.

Fast ein Jahrzehnt lang, hat sich Ex-The-Police-Oberhaupt Gordon Matthew Sumner alias Sting (66) mit Alben wie „Songs From The Labyrinth“ (10/2006), „If On A Winter´s Night“ (10/2009), „Symphonicities“ (07/2010) und „The Last Ship“ (09/2013) an seriösem Liedgut abgearbeitet, ehe er mit dem „57th & 9th“-Album aus dem Jahr 2016 wieder zurück zur Pop- und Rockmusik fand. Für Sting war dies gewiss eine wichtige Phase seiner Karriere, die für den Hörer aber nicht ohne Anstrengungen ablief. Umso schöner, dass sich der Brite auf seine alten Tage wieder locker gemacht hat und für so ziemlich jeden Spaß zu haben ist.

Zum Beispiel für ein Reggae-Album (!), was sich angesichts des frühen Police-Sounds in der Theorie und auf dem Papier gar nicht mal so abwegig anhört. Eingefädelt hat das Ganze Stings Manager und Produzent Martin Kierszenbaum (u.a. t.A.T.u., Lady Gaga, Madonna, Keane, Far East Movement), der früher als A&R für den jamaikanischen Dancehall-Star Shaggy gearbeitet hat und Sting mit ihm bekannt machte. Aus einer auf einen Song beschränkten Kollaboration wuchs am Ende ein komplettes Album, das zwar nicht originalgetrau in Kingston, Jamaika, sondern in New York City und Los Angeles aufgenommen wurde, aber sei’s drum. Sting und Shaggy machen uns nun die Reggae-Onkel.

Mit im Boot waren u.a. Robbie Shakespeare (Sly & Robbie), Aidonia, Morgan Heritage, DJ Agent Sasco, Branford Marsalis sowie Stings Stamm-Gitarrist Dominic Miller. Also durchaus authentische und bekannte Vertreter des Reggae-Fachs. Geholfen hat es aber nur bedingt. Denn richtiges Reggae-Feeling kommt auf „44/876“ nur streckenweise auf. Für mehr sind die Pop-Einflüsse einfach zu dominant und die Produktion zu geleckt. Dabei ist den Protagonisten handwerklich noch nicht mal ein Vorwurf zu machen. Die Songs perlen wie eine warme Brise aus den Lautsprechern und sind zum gepflegten nebenbei hören bei einem kühlen Cocktail am Strand perfekt geeignet.

Wem dies im nahenden Sommer Kaufgrund genug ist, könnte mit „44/876“ ein nettes Chill-Out-Werk anlachen, das es wie gewohnt in verschiedenen Konfigurationen gibt. Allerdings scheinen die Verantwortlichen in diesem Fall den letzten Schuss nicht mehr gehört zu haben. Denn neben einer Standardversion mit 12 Tracks, wird auch noch eine Deluxe-Version mit 16 Songs sowie eine Super-Deluxe-Edition angeboten. Diese bietet eine Bonus-CD mit fünf weiteren Live-Songs, aber als Hauptspeise nicht die Deluxe-Version mit 16 Songs, sondern nur die einfache Ausgabe mit einem Dutzend Stücken. Was soll das? Wer das meiste Geld ausgibt, sollte auch Zugriff auf alle verfügbaren Aufnahmen erhalten. Für Sting & Shaggy gilt dies nicht. Plattenfirma: Setzen! Sechs!

Anspieltipps:

  • 22nd street
  • Crooked tree
  • To love and be loved
  • Don’t make me wait
  • Waiting for the break of day
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