Roger Daltrey - As Long As I Have You - Cover
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Roger Daltrey As Long As I Have You


  • Label: Polydor/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 37 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Roger Daltrey muss im Alter nicht mehr den Rock-Gott geben. Auf „As Long As I Have You“ schlägt er meist ruhigere, soulige Töne an.

Während sich The Who auf ihre alten Tage doch eher dem mittlerweile lukrativeren Tourleben hinzugeben scheinen, zieht es zumindest Roger Daltrey ab und an noch ins Studio. Vor vier Jahren veröffentlichte er mit Wilko Johnson das Erfolgsalbum „Going Back Home“, nun folgt mit „As Long As I Have You“ das erste Soloalbum des Briten seit dem 1992er „Rocks In The Head“. Beinahe könnte man allerdings von einem The-Who-Album sprechen, spielt doch Pete Townshend bei sieben der elf Stücke Gitarre.

Musikalisch entfernt sich Daltrey allerdings etwas von dem typischen kraftvollen Rocksound seiner Hauptband. Der eröffnende Titelsong ist eine flottere Soulnummer, die im Original von Garnet Mimms im Jahr 1964 aufgenommen wurde, dem Jahr in dem The Who gegründet wurden. Auch das poprockige „Where Is A Man To Go?“ oder das Americana-Sounds mit Soul verbindende „I’ve Got Your Love“ haben nicht viel mit der Rocklegende gemein. Stephen Stills´ „How Far“ erinnert da schon eher an spätere Who, genauso das epische Rockstück „Get On Out Of The Rain“, bei dem Daltrey zwar stark von einem Backgroundchor unterstützt wird, seine durchdringende Stimme aber doch immer den Weg in den Vordergrund findet.

Richtig interessant erscheint die Auswahl des Nick-Cave-Klassikers „Into My Arms“. Hier bleibt der 74-jährige zwar nah am Original, versteht es aber den traurigen Song authentisch zu interpretieren. Im schleppenden „You Haven’t Done Nothing“ (Stevie Wonder), das mit knarzigen Gitarren aufwartet, kreieren Bläser eine bluesig-soulige Atmosphäre. Im hinteren Bereich des Albums wird vor allem mit „Out Of Sight, Out Of Mind“ und dem aus Quentin Tarantinos „Death Proof“ bekannten Joe Tex-Song „The Love You Save“ dann so richtig dem Soul gefrönt. Gerade letzteres scheint wie auf Daltrey zugeschnitten. Der gefühlvolle Rausschmeißer „Always Heading Home“ zeigt dann, dass der Sänger nicht immer den Rockgott geben muss, sondern auch bei ruhigen Tönen zu überzeugen weiß.

Nach dem fabelhaften „Going Back Home“ mit Wilko Johnson zeigt Roger Daltrey erneut eine neue Seite. Hauptsächlich soulige Nummern hat er auf „As Long As I Have You“ vereint, darunter einige Eigenkompositionen im Verbund mit einigen Coverversionen. Deren Auswahl beschränkt sich glücklicherweise nicht auf die üblichen Verdächtigen. Die mittlerweile knarzige Stimme hat immer noch genügend Durchschlagskraft und klingt im Alter fast besser als früher.

Anspieltipps:

  • Get On Out Of The Rain
  • Out Of Mind, Out Of Sight
  • The Love You Save
  • Always Heading Home

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