Mike Shinoda - Post Traumatic - Cover
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Mike Shinoda Post Traumatic


  • Label: Warner Bros.
  • Laufzeit: 53 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Das erste Soloalbum des Linkin-Park-Mitglieds verarbeitet den Tod von Bandkollege Chester Bennington.

Am 20. Juli 2017 wurde der Linkin-Park-Sänger Chester Bennington tot in seiner Villa im Prominenten-Domizil Palos Verdes Estates im Los Angeles County aufgefunden. Der Frontmann beging Selbstmord und löste damit unter den Millionen Linkin-Park-Fans, Band- und Künstler-Kollegen sowie seiner Familie Trauer und Bestürzung aus.

Um den Tod seines Freundes und Kollegen zu verarbeiten, hat sich Mike Shinoda (41) schon bald in die Arbeit zu seinem ersten Soloalbum gestürzt. Bereits am Jahresanfang brachte das Linkin-Park-Gehirn eine EP heraus, die einen ersten Einblick in sein Soloschaffen gab. Ein knappes halbes Jahr später liegt mit „Post Traumatic“ nun das komplette Album vor, auf dem Mike Shinoda Chester Bennington die letzte Ehre erweist.

Musikalisch haben wir auf „Post Traumatic“ keine Rockmusik im Stile der frühen LP-Alben zu erwarten, sondern eine Mischung aus poppigen Klängen und den bekannten HipHop/Rap-Anleihen, wie wir sie bereits von Shinodas Fort-Minor-Projekt kennen. 16 Songs hat der Kalifornier zusammengetragen, die sich detailliert mit der Trauerarbeit des 41-Jährigen auseinandersetzen. Dabei belässt er die Tracks zumeist im Mid-Tempo-Bereich („Nothing makes sense anymore“) und legt Wert auf Rhythmus („About you“) und einprägsame Melodien („Promises I can’t keep“).

Obwohl Shinoda vom Songwriting, über die Produktion bis hin zu den Instrumenten fast alles im Alleingang übernahm, kommt „Post Traumatic“ mit Gastbeiträgen von Deftones-Sänger Chino Moreno, Machine Gun Kelly, Blackbear, Grandson und K. Flay daher, die das Szenario etwas auflockern. Dadurch ist „Post Traumatic“ zumindest musikalisch nicht zu dem todtraurigen Werk geworden, das durchaus erwartet werden konnte. Stücke wie „Hold it together“ oder auch „Ghosts“ sprechen eine ganz andere Sprache und vermitteln dem Hörer das Licht am Ende des Tunnels.

Unterm Strich ist „Post Traumatic“ ein HipHop- und Rap-lastiges Popalbum, das zwar betont ruhig, aber nicht weinerlich auf den Hörer wirkt. Damit liefert Mike Shinoda eine Trauerbewältigung ab, die keinen introvertierten und unhörbaren Seelenstriptease darstellt, sondern ein zugängliches und dennoch persönliches Album, das Respekt verdient hat.

Anspieltipps:

  • Ghosts
  • Over again
  • Crossing a line
  • Hold it together
  • Watching as I fall
  • Promises I can’t keep
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