Jonathan Davis - Black Labyrinth - Cover
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Jonathan Davis Black Labyrinth


  • Label: Sumerian Records
  • Laufzeit: 50 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
7.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Korn-Frontmann Jonathan Davis mit seinem offiziellen Solodebüt, auf dem der Begriff Atmosphäre groß geschrieben wird.

Dass eine extreme Band wie Korn in 25 Jahren mehr als 40 Millionen Alben verkaufen konnte, gehört zu den immer seltener werdenden Phänomenen in der Musikindustrie. Denn hier geht es noch um real abgesetzte Tonträger und nicht um digitalen Streaming-Firlefanz einer Band, die dem Hörer eiskalte Schauer über den Rücken laufen lassen konnte. Inzwischen hat sich das Ganze etwas relativiert, doch Korns Sänger und Songschreiber Jonathan Davis (47) ist auch weiterhin eine der ersten Adressen, wenn es um emotionsgeladene Musik geht. Und das nicht nur im Verbund mit Korn.

Schon vor mehr als zehn Jahren agierte Jonathan Davis auf dem „Alone I Play“-Album (11/2007) als Solokünstler, dem er vier Jahre später einen Live-Ableger folgen ließ. Nach eigenen Angaben arbeitete Davis seit 2007 an einem Nachfolgewerk von „Alone I Play“, das nicht wie die Korn-Werke in High-Tech-Studiotempeln entstanden ist, sondern Stück für Stück unter Live-Bedingungen zusammengesetzt wurde. Unter dem passenden Titel „Black Labyrinth“ liegt das Werk nun vor.

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Okay, die Cover-Optik ist nicht gerade ein Reißer und lässt Jonathan Davis wie einen Sektenführer im Dope-Rausch wirken. Doch darauf kommt es ja nicht an. Wir wollen eigentlich nur wissen, wie Mr. Davis ohne seine Korn-Jungs klingt. So ist im Opener „Underneath my skin“ durchaus eine Verwandtschaft erkennbar, die trotz bratender E-Gitarre und düsterer Stimmung im Vergleich deutlich gemäßigter und eingängiger ausfällt. Im Laufe des Longplayer wird der Sound allerdings noch ein paar Häutungen unterzogen, sodass insgesamt keine allzu extreme Korn-Nähe aufkommt. Das wäre am Ende auch ein Langweiler geworden.

Dies trifft auf „Black Labyrinth“ zum Glück nicht zu, auch wenn Jonathan Davis inhaltlich nicht aus seiner Haut kann und in Songs wie „Medicate“, „Your god“ oder auch „Happiness“ seine übliche Gefühlswelt thematisiert, die er mal in afrikanisch-esoterisches Gedengel („Final days“), treibenden Nu-Rock „Walk on“, düsteren, aber eingängigen Wave-/Electro-Rock („The secret“, „Basic needs“) und dann wieder in verstörend-wütende Industrial-Metal-Mäntel steckt („What you believe“, „What it is“). Keine Frage: Atmosphärisch ist „Black Labyrinth“ großes Kino und musikalisch so etwas wie Korn in der Light-Version. Wer das Album nur deshalb abstraft, sollte seine arrogante Haltung vielleicht noch einmal überdenken.

Anspieltipps:

  • Walk on
  • Medicate
  • The secret
  • Basic needs
  • What you believe
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