Bucharest - Budapest - Cover
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Bucharest Budapest


  • Label: IMU Records
  • Laufzeit: 35 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
7.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Bucharest sind eine Indie-Rock-Band aus Tel Aviv und ihr Debüt hört auf den Namen „Budapest“. Das klingt abgehoben, doch die Musik ist eine Liebeserklärung an Rock-Hymnen.

Zwei essenzielle Fragen stellen sich beim dritten Album der israelischen Band Bucharest. Erstens warum sie ihrem Album den Namen Budapest geben und nahezu unter Garantie dafür sorgen, dass neue Hörer Band- und Albumnamen vertauschen. Zweitens scheint niemand den Opener „Oceans“ gegen gehört zu haben, den die ersten drei Minuten gehen Hörer davon aus, dass die folgenden 30 Minuten gelispelt wird. Die starken Melodien des geradlinigen Rocks des Duos und die Sound-Aufklärung ab dem zweiten Lied beruhigen die Nerven allerdings schnell und sind Grundlage für einen Geheimtipp in diesem Jahr.

Wenn Oceans mit seinem verträumt voran preschenden Stil loslegt, sind Hörer auf Anhieb entwaffnet. Der locker leicht hallende und dennoch treibende Klang der Band trifft Rock affine Nerven und verspricht kurzweilige Unterhaltung der besseren Sorte. Die Musik von Bucharest verrenkt sich nicht, um künstlerisch anspruchsvoll zu klingen, sondern will im Gedächtnis bleiben. Trotz Lispel-Abmischung ist „Oceans“ die optimale Einstimmung, die die Band in „Kernel“ auch bei niedrigeren Schlagzahlen erfolgreich fortsetzt.

Bucharest sind Hymnenschreiber, die nicht automatisch auf Fußballstadien ausgerichtet sind. Ob langsam oder schnell: Hörer verspüren den Drang, die Hooklines auf „Budapest“ aufzugreifen und mitzusingen, selbst wenn sie im Stile von dEUS arg psychedelisch klingen. Der typische Dreiminutenradiosong in Form von „Talk Amongst Yourselves“ steht der Band dabei besser als ausufernde Nummern wie „Sabotage“. Die instrumentale Eskalation während Sabotage erinnert an Wilco zu „A Ghost Is Born“-Zeiten, aber ohne die Sogkraft und Tragweite der nachdenklichen Amerikaner.

Am stärksten sind die geradlinigen Nummern, die Bucharest mit den Klangfarben von Joy Division und Konsorten einfärben. Lieder, die mühelos Zeit verstreichen lassen und gleichzeitig fesseln. Das gelingt dem Duo nicht immer von vorn bis hinten, aber dann wäre „Budapest“ auch weit mehr als ein Geheimtipp. So flüstern sich Kenner Titel wie „Phantom Limb“ und „Oceans“ zu und wenn sie Humor haben, lispeln sie dabei vielleicht.

Anspieltipps:

  • Phantom Limb
  • Oceans
  • Kernel

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