Melody´s Echo Chamber - Bon Voyage - Cover
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Melody´s Echo Chamber Bon Voyage


  • Label: Domino Records
  • Laufzeit: 33 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Melody Prochet meldet sich samt Anhang zurück und weiß auch nach Jahren gleichermaßen zu verzaubern und zu verwirren.

Vor einem Jahr stieß Bilderbuch vielen Fans vor den Kopf, als sie ihre eingängig bekloppten Melodien um den eingängigen Teil erleichterten und sich in verschwurbelten Sound-Experimenten verloren. Ein gutes Jahr später zeigen Melody’s Echo Chamber eine ähnlich bekloppte, aber harmonischere Leistung. Hier mischt sich die Liebe zu französischem Pop mit Trip-Hop-Elementen, Garage-Rock-Anleihen und verträumtem Indie-Pop. Akustische Gitarren werden von Samples unterbrochen, die aus den späten Achtzigern stammen können. Kurzum: „Bon Voyage“ ist ein schmiegsamer Trip, aber nichtsdestotrotz ein Trip.

„Bon Voyage“ ist schwer zu beschreiben. „Cross My Heart“ macht mindestens drei Songs zu einem und obwohl die Stilwechsel plötzlich sind, schafft die verträumte Art der Band es, dass Hörer sich in jeden Break fallen lassen wie in ein Meer aus Schaumstoff. „Desert Horse“ beginnt Autotune, um sich in der letzten Minute über orientalische World Music in vorantreibenden Pop zu verwandeln. Das ist der Wahnsinn, der auf „Bon Voyage“ Standard ist. Völlig unvermittelt schmeißt die Band dann Bossa-Nove-Interluden wie „Var Har Du Vart“ ein und lässt siebenminütige Rock-Brocken mit Spoken-Words-Zwischenteil darauf folgen.

Zugegebenermaßen liest sich das alles sehr erzwungen. Doch irgendwie schaffen Melody’s Echo Chamber den Drahtseilakt, dass ihre Musik bei allem Wandel ineinandergreift. Die kurze Spieldauer des Albums und der seicht klingende Pop-Kern machen „Bon Voyage“ zugänglich, selbst wenn sich die Musik gegen Ende Richtung in eine Franko-Space-Opera verwandelt. „Bon Voyage“ stößt mit Wattebauschfäusten vor den Kopf, sodass es nicht wehtut, Hörer aber sanft aufgerüttelt werden. Melody Prochets Klangexperiment geht auf und verzaubert auch mit all seinen Fehlern und ganz ohne Ohrwurmgarantie.

Anspieltipps:

  • Cross My Heart
  • Desert Horse
  • Visions Of Someone Special, On A Wall Of Reflections

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