Lauren Ruth Ward - Well, Hell - Cover
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Lauren Ruth Ward Well, Hell


  • Label: Weekday Records
  • Laufzeit: 32 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Nach einigem Hin und Her erscheint Wards „Well, Hell“ auch auf CD. Den größeren Release hat sich das kraftvolle Album allemal verdient.

In Zeiten von Adele, Florence + The Machine und St. Vincent sind Frauen mit starken Stimmen und konsequenten Vorstellungen gefragt. Auch wenn ein Umzug von Baltimore ins Star gespickte Los Angeles weiterhin ein Wagnis ist, darf angemerkt werden, dass Laura Ruth Ward sich einen guten Zeitpunkt ausgesucht hat, um mit ihrer kräftigen Stimme aufzufallen. Mit ihren Musikern Liv Slingerland, India Pascucci und Eduardo Rivera schafft Ward auf einem äußerst amerikanischen Album die Grundlagen für ein gelungenes Debüt.

Gerne altmodisch und bis in den Motown zurückreichend, aber auch auf Americana ausgerichtet, steht Lauren Ruth Ward für Musik, die zum Füße stampfen einlädt. Mit Country-Einschlag in „Sheet Stains“ oder Stoner-Einflüssen in „Blue Collar Sex Kitten“ lässt sich das Gespann diverse Wege einfallen, um Wards schmachtend verführerische Stimme in den Vordergrund zu stellen. Sobald Ward das Tempo hochschraubt, geht ihren Liedern aber auch schnell die Tiefe abhanden. Nach dem viel versprechenden Auftakt „Staff Only“ verliert die Musik jegliches Mysterium und biedert sich wie in „Did I Offend You?“ geradlinig an.

Geradlinigkeit muss keine Schwäche sein, aber die Melodien der Frau aus Baltimore treffen die Ohren nicht in Form von Ohrwürmern. Lauren Ruth Ward arbeitet über Intensität, die mal hektisch wie im Titeltrack, kontrolliert im Opener und durch unerwartete Wechsel brillierend („Sideways“) wirkt. „Well, Hell“ ist als Album kein Schaulaufen überbordender Ideen, sondern ein souveräner Versuch, sich in der Musiklandschaft zu etablieren.

Ob die kurze Spieldauer von einer guten Selbsteinschätzung oder fehlendem Material abhängt, lässt sich lediglich vermuten. „Well, Hell“ kommt ohne Tiefpunkte aus, fült sich im breiten Mittelteil jedoch zu lange und zu oft nach Mittelmaß an. Dass Ward und ihre Band mehr aus der Sängerin herausholen zu vermögen, beweisen sie hier und da. Wenn sich diese Beweise in Zukunft häufen, liegen gute Argumente für eine moderne Chansonette vor, die gehört gehört.

Anspieltipps:

  • Well, Hell
  • Staff Only
  • Sideways

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