Graveyard - Peace - Cover
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Graveyard Peace


  • Label: Nuclear Blast/WEA
  • Laufzeit: 42 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Retrozug scheint abgefahren. Graveyard befinden sich in einer klanglichen und musikalischen Sackgasse.

Überraschenderweise verkündeten Graveyard im September 2016 über Facebook ihre Auflösung. Nur ein Jahr nach dem etwas ruhigeren, aber guten „Innocence & Decadence“-Album, das auch mit vorzeigbaren Chartpositionen auftrumpfen konnte, war diese Ankündigung verwunderlich. Aber wie es im Rockbusiness so ist, kam es doch ganz anders und nur vier Monate später gab die Band ihr Comeback bekannt. Einzige Änderung: Drummer Axel Sjöberg ist nicht mehr mit von der Partie. Für ihn springt Oskar Bergenheim in die Bresche.

Passenderweise wird der neue Longplayer „Peace“ mit dem flotten Retrorocker „It Ain’t Over Yet“ eröffnet. Irgendwo zwischen den Hellacopters und frühen Turbonegro angesiedelt, schlägt der Song mit Orgel-/Gitarrenduellen eine Brücke zu den ersten Graveyard-Alben. „Please Don’t“ rumpelt ähnlich, jedoch mit deutlich mehr Black-Sabbath-Anleihen und auch „A Sign Of Peace“ dürfte den Fans der Anfangszeit gefallen. Das ebenfalls flotte und härtere „Cold Love“ plätschert allerdings allzu sehr dahin.

Die ruhigeren Elemente, die spätestens mit „Lights Out“ Einzug in die Musik der Schweden gefunden hatten, finden sich in „See The Day“, welches die Melodiösität von Thin Lizzy mit psychedelischen Elementen verbindet, was durchaus aufgeht. „Del Manic“ greift düstere Roadmovie-Themen auf, „Bird Of Paradise“ wirkt beinahe poppig. Ein Song wie „The Fox“ macht dann allerdings deutlich, warum so die Freude heuer nicht so richtig aufkommen will. Der undifferenzierte Klang des 60er-Jahre-Hippierocks wird Graveyard zum Problem! Das gesamte Album klingt zu matschig und zu sehr gewollt retro.

Der Retroklang war zwar auf den vorherigen Werken ebenfalls vorhanden, aber so absichtlich stümperhaft wie hier klang die Band noch nie. Auch Songs wie „Walk On“, das aus nur einem Riff besteht und trotz ruhiger Bridge, die sich langsam aber stetig steigert, klingen am Ende unausgegoren und wie nicht fertig geschrieben. So will sich nicht der Spaß einstellen, den das Quartett auf ihren ersten Alben verbreitet hat. Fazit: Die kurze Pause scheint sich nicht besonders positiv auf die Kreativität ausgewirkt zu haben. Vielmehr stehen die Herren in einer musikalischen Sackgasse und scheinen den Ausweg nicht zu kennen.

Anspieltipps:

  • It Ain’t Over Yet
  • See The Day

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