Johnny Marr - Call The Comet - Cover
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Johnny Marr Call The Comet


  • Label: Warner Bros.
  • Laufzeit: 57 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
6.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Wäre „Call The Comet“ etwas kompakter, hätte Johnny Marr ein wirklich gutes Album geliefert.

Abgesehen vom 2003er Album „Boomslang“, welches unter dem Banner „Johnny Marr & The Healers“ erschien, fühlte sich der 54-jährige Brite immer in Bandkonstellationen wohler. Natürlich sind es immer noch The Smiths, die einem einfallen, wenn man den Namen Johnny Marr hört. Seit der Trennung 1987 spielte Marr aber auch in Formationen wie The The, Electronic oder Modest Mouse. Seit 2013, als sein erstes reguläres Album „The Messenger“ erschien, ist der Gitarrist auch offiziell Solo unterwegs. Vier Jahre nach „Playland“ folgt nun mit „Call The Comet“ das neue Album.

Eröffnet wird die neue Liedauswahl vom rockigen, aber eingängigen „Rise“. Lässt man außer Acht, dass Marr diese Bands höchstwahrscheinlich selbst maßgeblich beeinflusst hat, könnte man den Titel mit einer Kombination aus der Theatralik von Muse und der Coolness der Arctic Monkeys beschreiben. Im folgenden „The Tracers“, oder auch später in „My Eternal“, reist Marr zurück in die 80er. Die anfänglich überzeugenden New Wave-Elemente die an ganz frühe The Cult und The Cure erinnern, werden allerdings zu sehr ausgereizt, sodass der Song im weiteren Verlauf doch eher unspektakulär erscheint. Auch „Hi Hello“ reist in die Vergangenheit und klingt mit seiner Mischung aus Melancholie, Verzweiflung und Melodie so, als hätte es auch mit Morrissey entstehen können.

Die britpoppige Semiballade „Day In Day Out“ und die urban klingende Rockmusik in „Hey Angel“ zeugen von Marrs Einfluss auf die Gallagher-Brüder, wenn die Songs auch etwas sperriger als Oasis geraten. Sperrig ist auch das richtige Wort für das viel zu langgezogene und monotone „Walk Into The Sea“. Der für diesen Song zwar wichtige Aufbau hätte durchaus gestrafft werden können. Die Länge der Songs ist ein generelles Problem bei „Call The Comet“. Viele der Songs sind gut und in ihrer Dringlichkeit packend („Spiral Citites“, „Actor Attractor“) geben aber oft nicht so viel her, um über fünf Minuten in die Länge gezogen zu werden. Auf der Habenseite steht jedoch, dass es mit „New Dominions“ und seinen uninspirierten Ethno- und Electronic-Sounds nur einen wirklichen Ausfall gibt.

Anspieltipps:

  • Rise
  • Hey Angel
  • Day In Day Out
  • Spiral Cities

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