Ghost - Prequelle - Cover
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Ghost Prequelle


  • Label: Spinefarm/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 41 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
8/10 Leserwertung Stimme ab!

Nur noch schnell schminken und dann rocken wir, als wäre Kiss in den Charts!

Nach zehn Jahren sind Ghost aus Schweden immer noch dort, wo sie zu ihrer Gründung waren und dort fühlen sie sich auch wohl. Mit Schminke und/oder Masken gibt sich die Band so Metal, wie nur möglich. Ach, und die Musik steht selbstredend ebenfalls unter der Herrschaft kräftiger Riffs und emotional aufgeladener Männlichkeit. Ghost quetschen sich in die legendäre KISS, die bis heute kaum jemand nachvollziehbar erklären kann. Pop im harten Metal-Gewand gepaart mit schaurigem, aber irgendwie auch süßem Auftreten laden Ghost wie die großen Vorbilder zu einer melodiösen Rock-Tour ein.

Wer den Autor dieser Zeilen fragt, der macht den KISS-Erfolg zu großen Teilen an starkem Showmanship und ein paar herausragenden Ohrwürmern fest. Auf „Prequelle“ leiden Ghost darunter, dass sie weder live zu sehen sind, noch neue Hits parat haben. Ghost schreiben Heavy Metal Song mit Glanz und Glorie im Schlaf, aber in eben diesem Schlaf sehen Hörer ihre Musik auch hervor. Die Powerballade „See The Light“ oder das eröffnende „Rats“ lassen sich als Ratebegriffe fürs nächste Heavy-Metal-Familienduell nutzen. Hundert Metaler haben wir gefragt... und die Antworten sind ziemlich eindeutig.

Böse gesprochen liefern Ghost Ware von der Stange, aber Käufer haben gute Gründe, warum sie oftmals zu Basics und Vertrautem greifen. Hier bekommen Hörerohren, was sie erwarten. Eine Enttäuschung ist nahezu ausgeschlossen, wenn Hörer Ghost nicht gerade für die kommenden Kronprinzen des Heavy Metal halten. Ghost gelingt das nicht selbstverständliche Kunstwerk, ihre Hörer ohne Ausfälle zu unterhalten. Mit Pathos im Mittelteil („See The Light“ und „Miasma“) und Mitklatschgarantie bei jedem dritten Titel ist kein Platz für Langeweile vorhanden.

Wem die Titel bereits auf Platte gefallen, dem sind Live-Auftritte angeraten, da Ghost von der Show leben. Das Album ist eher zum Üben gedacht, um Teil einer schaurig schönen Kulisse zu sein. Und wie die sehr melodiösen Töne auf „Prequelle“ vermuten lassen, steht eine fast schon familienfreundliche Schunkelangelegenheit an. Bei aller Normalität erscheint die Mischung, die bei Ghost herauskommt weiterhin ein Phänomen. Geschminkt und voll dabei liest sich „ordentliches Mittelmaß“ gleich viel eher wie ein durchgehendes Lob.

Anspieltipps:

  • Rats
  • See The Light
  • Witch Image

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