Danger Dan - Reflexionen Aus Dem Beschönigten Leben - Cover
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Danger Dan Reflexionen Aus Dem Beschönigten Leben


  • Label: JKP/WEA
  • Laufzeit: 41 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Eine tönende Autobiographie zwischen Genialität und Konfusion.

Daniel Pongratz alias Danger Dan (35) von der HipHop/Rap-Combo Antilopen Gang legt mit „Reflexionen aus dem beschönigten Leben“ sein erstes offizielles Soloalbum und den Nachfolger der „Coming Out“-EP aus dem Jahr 2008 vor, das scheinbar Teil einer Selbsttherapie ist, mit der Danger Dan die klassischen HipHop-Pfade verlässt und in den 12 Tracks stilistisch durch ein Spannungsfeld aus (Die Prinzen-)A cappella (!), Pop, Rock, Klassik, Reggae und Singer/Songwriter-Elementen surft.

Dazu der Aachener: „Wenn man so will, ist das Album der missglückte Versuch eine Art Standortbestimmung in meinem Leben vorzunehmen, der sich selbst aber nur durch sein Scheitern gerecht werden konnte. Ich habe letztes Jahr um den Veränderungen und neuen Anforderungen in meinem beschädigten Leben hinterherzukommen, eine Psychotherapie angefangen. Im Rahmen der Anamnese sollte ich meine wichtigsten biographischen Eckpunkte benennen. Keine leichte Aufgabe. Ich hatte mittlerweile so viele Lebensläufe gefälscht und beschönigt, dass ich selbst nicht mehr sicher sagen konnte, welche Version denn am ehesten der Wahrheit entspricht“.

Mit „Reflexionen aus dem beschönigten Leben“ verlässt Danger Dan zwar ein wenig den Pfad des Mainstream-Verweigerers, bleibt seinen HipHop-Wurzeln aber dennoch treu, auch wenn er hier und da E-Gitarren und Streicher in seine Songs einbaut und mit Sebastian Krumbiegel (Die Prinzen) einen ungewöhnlichen Gast zu Wort kommen lässt. Doch irgendwie gibt das alles auf wundersame Weise einen Sinn: Das späte Outing als jugendlicher Prinzen-Fan („Die Prinzentragödie“), die Sichtweisen eines Junkies („Mein Heroin“) und die Thematisierung von Sexismus („Sand in die Augen“).

Natürlich kommen auch die Antilopen-Gang-Kollegen Kolja Podkowik und Tobias „Panik Panzer“ Pongratz auf dem Album vor („Drei gegen einen“), das insgesamt zu den besseren Outputs im oftmals grenzwertigen deutschen HipHop-Segment zählt. Das liegt zum einen an Danger Dans Texten, die sich häufig mit ernsten Themen befassen und zum anderen an der musikalischen Herangehensweise, die jegliche Einbahnstraßen vermeidet und damit einen gelungenen Ableger zur Antilopen Gang darstellt.

Anspieltipps:

  • Eine aufs Maul
  • Seit du gesagt hast
  • Wir lachen uns tot
  • Die Prinzentragödie
  • Die Grundvoraussetzung
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5/10

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