Strung Out - Black Out The Sky - Cover
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Strung Out Black Out The Sky


  • Label: Fat Wreck/EDEL
  • Laufzeit: 29 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Strung Out beweisen sich und ihren Zuhörern, dass die große Kunst der Rockmusik darin besteht, auch ohne viel Lautstärke zu übermannen.

Fans sind überrascht, aber Strung Out-Frontmann Jason Cruz versuchte seit Jahren seine Band zu überzeugen: lasst uns ein akustisch geprägtes Album aufnehmen. Ein Experiment, dass sich viele Bands vornehmen. Pop-Größen wie Coldplay scheiterten wahrscheinlich am scheinbar fehlenden Hit-Potenzial und die Prog-Rocker von The Mars Volta stießen auf „Octahedron“ an ihre Grenzen. Wenig überraschend geht Akustik-Musik leichter von der Leber, wenn nicht jedes Lied ein Hit oder eine musikalische Offenbarung sein muss. Wer über den weichen Klang auf „Black Out The Sky“ hinweg kommt, hört Strung Out konzentrierter denn je und erkennt, dass die Melodien und nicht die Lautstärke diese Band ausmachen.

Das Album beginnt zwar mit Zwischentönen, die in dieser Form auch von Steven Wilson stammen könnten, doch hinter dem exotisch anmutenden Opener offenbaren Strung Out den Fokus auf geradlinige Punk-Songs, deren Pop-Appeal durch die Akustikgitarren deutlich wird. Vom Titeltrack an dreht sich alles auf „Black Out The Sun“ um verträumt vorgetragene Texte und einprägsame Refrains. Dass sich ein paar Titel problemlos austauschen lassen, ist schade, aber gleichzeitig überrascht, wie schnell die kurzweilige halbe Stunde vergeht.

Der Fairness halber sei zudem erwähnt, dass das stürmische Finale von „Requiem“ und die nachdenklich eindrückliche Ballade „Unkoil“ für mehr als genug Ablenkung sorgen. Trotzdem reicht es im Grunde, sich aus „Black Out The Sky“, „Duke Of Sorrow“ und „Matchbook“ einen Favoriten auszusuchen. Gleiches gilt für „Town Of Corazon“ und „Presidio“. Eine knackigere Auswahl hätte „Black Out The Sun“ in eine richtig feine EP verwandelt, die vielleicht als Album-Vorbote hätte fungieren können. Aber der Konjunktiv sollte nicht einem Lebenstraum einer Band im Weg stehen. Und es ist nun wirklich nicht so, als müsste die Band sich für ein ordentliches und ordentlich ungewohntes Album schämen müsste.

Anspieltipps:

  • Unkoil
  • Requiem
  • Matchbook

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