Bullet For My Valentine - Gravity - Cover
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Bullet For My Valentine Gravity


  • Label: Spinefarm/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 42 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
8.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit stumpfem Testosteron-Gebolze und Scheidungskrieg-Texten, können Bullet For My Valentine weder Herz noch Seele des Hörers erreichen.

Bullet For My Valentine aus Bridgend in Wales gründeten sich vor 20 Jahren unter dem Bandnamen Jeff Killed John und veröffentlichten im Oktober 2005 ihr Debütalbum „The Poison“, das weltweit gute Resonanzen erhielt und dem Quartett den Weg ebnete, als einige der wenigen Bands aus dem härteren Sektor ein regelmäßiger Kandidat für Top-10-Positionen zu sein. Insgesamt fünf Longplayer haben die Jungs inzwischen auf den Markt gebracht, die sich mehr als fünf Millionen Mal verkauften, ihr diverse Auszeichnungen sowie Tour-Begleitungen für Genre-Koryphäen wie Iron Maiden, Guns N´ Roses und Metallica einbrachten.

Mit ihrer eigenwilligen musikalischen Mischung im Spannungsfeld aus Modern Metal, Metalcore und Hardrock wurden die Waliser zwar von jeher etwas schief von Heavy-Metal-Puristen angeschaut, doch der kommerzielle Erfolg scheint den Herren Matthew Tuck (Gesang, Gitarre) Michael „Padge“ Paget (Gitarre), Jamie Mathias (Bass) und Jason Bowld (Drums) recht zu geben. Keine Frage: Nicht nur in ihrer britischen Heimat sind Bullet For My Valentine inzwischen echte Rockstars. Und diese brauchen eben immer etwas mehr Zeit für ein neues Album, als die Vertreter der breiten Masse.

Drei Jahre nach „Venom“ (08/2015) legen Bullet For My Valentine mit „Gravity“ nun ihren sechsten Album-Streich vor, der über die neue Label-Heimat Spinefarm Records im Vertrieb von Universal Music erscheint und ein paar frische Einflüsse aus dem Elektronik-Baukasten mit sich bringt, während inhaltlich die Scheidung von Matthew Tuck eine wesentliche Triebfeder für die Texte darstellte. Das stellen sich dem einen oder anderen True-Metal-Fan bestimmt schon beim Lesen die Nackenhaare auf. Aber lassen wir lieber die Musik sprechen.

Hier zeigen die Waliser, dass sie auch anno 2018 amtliche (Nu-)Metal-Abrissbirnen abliefern können („Over it“, „Piece of me“), die gerne mit bombastischen Chören wuchern („Not dead yet“), stets melodisch („Letting you go“, „Under again“) und in Sachen Theatralik immer ganz vorne mit dabei sind („The very last time“). Das Ganze wurde von Produzent Carl Brown (Radiohead, Muse, Rod Stewart, Starsailor, Ronan Keating) mit einem ultra-fetten Sound aufgenommen, der den Hörer permanent wie ein kläffender Köter anspringt.

Hieraus ergibt sich am Ende das altbekannte Testosteron-Gebolze der vier Waliser, die schon auf „Venom“ den Faden verloren hatten und nun auch auf „Gravity“ ziemlich stumpf daherkommen und damit kaum Herz und Seele des Hörers erreichen können.

Anspieltipps:

  • Over it
  • Piece of me
  • Under again
  • Don’t need you
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