Dirty Projectors - Lamp Lit Prose - Cover
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Dirty Projectors Lamp Lit Prose


  • Label: Domino Records
  • Laufzeit: 37 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
3/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Dirty Projectors sind eine wunderbare Erinnerung daran, dass auch waschechte Bands begeisternde Pop-Musik erschaffen.

Alle Jubeljahre erscheint ein Album, das die Pop-Szene daran erinnert, dass nicht alles aus dem PC stammen muss. Meist sind das Underdogs wie Hawksley Workman, die nie den großen Durchbruch schaffen, oder eben die Dirty Projectors. Das neue Album „Lamp Lit Prose“ gibt sich erneut alle Mühe, um sich von Trends abzusetzen, und setzt auf rhythmisch anspruchsvolle Arrangements und gekonnt hektischen Gesang. „Lamp Lit Prose“ strahlt Hoffnung aus jeder Pore aus, was erstaunlich gut zum vielschichtigen Sound der Band passt.

Ein herausragendes Merkmal der Dirty Projectors ist, dass sie ihrer Musik Raum zum Atmen geben. Trotz mehrerer Tonspuren und technischer Spielereien lässt sich die Stille zwischen einzelnen Tönen erfühlen und gibt der Musik einen unfertigen Charme. Der Auftakt mit „Right Now“ und „Break-Thru“ perfektioniert das Vorgehen bereits, bevor die nachfolgenden Lieder mit ihrem eigenen Dreh dem Stil treu bleiben. Disco in „I Feel Energy“ und Alternative-Rock in „Zombie Conqueror“ sind lediglich Anstöße, um dem eigenen Stil treu zu bleiben. Der quirlige Art-Pop-Kern erzeugt nahtlosen Wiedererkennungswert und gibt fetzigen Rocknummern sowie Pop-Sing-A-Longs wie „Blue Bird“ einen einheitlichen Schliff, der das Album wie im Flug vergehen lässt.

Wenn ein Album scheinbar ohne Überhit und hymnische Feuerwerke überzeugt, darf von einem kleinen Meisterwerk des musikalischen Understatements gesprochen werden. „Lamp Lit Prose“ ist nicht das Album, an das sich Hörer aktiv erinnern, aber das die volle Aufmerksamkeit erhält, sobald die ersten Klänge von „Right Now“ ertönen. Erst ganz am Ende geht dem Album mit „You’re The One“ und „(I Wanna) Feel It All“ die Puste aus, was nach einer ansonsten durchgehend starken halben Stunde aber auch nicht stört. Spätestens wenn das nächste Mal „Right Now“ startet, wissen Hörer wieder, warum sie dieses Album mit Recht in ihrer Plattensammlung wissen.

Anspieltipps:

  • Right Now
  • Break-Thru
  • Zombie Conqueror

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