Christina Aguilera - Liberation - Cover
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Christina Aguilera Liberation


  • Label: RCA/Sony Music
  • Laufzeit: 49 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Dem Album fehlt es an Spaß, Sexyness und letztendlich dem Funken, der auf den Hörer überspringen soll, es aber bis zum Schluss nicht tut.

20 Jahre ist es inzwischen her, dass eine gewisse Christina Aguilera (37) im zarten Alter von 17 Jahren mit dem Song „Reflection“ (06/1998) debütierte und den Auftakt zu einer großen Karriere als Popsängerin ablieferte, in der bis dato mehr als 50 Millionen verkaufte Tonträger verbucht sind. Dabei wurde Christina Aguilera als eine Art Rivalin von Britney Spears (36) aufgebaut, wozu sie lange Zeit nach außen eine Rolle spielen musste, die sich irgendwelche Manager für sie ausgedacht hatten. Aus diesem Käfig hat sich die Amerikanerin zwar Stück für Stück befreit, doch der Übergang vom gehypten Kinderstar zum erwachsenen Künstler ist noch nie leicht gewesen. Das musste auch die mittlerweile 37-Jährige spüren, die sich aus musikalischer Sicht in den vergangenen Jahren sehr rar gemacht hat.

Der letzte Longplayer „Lotus“ (11/2012) liegt eine Ewigkeit zurück. Entsprechend war für das Comeback klar, dass es schwer wird, sowohl die alten Fans von damals bei der Stange zu halten, als auch neue, erwachsene Hörerschichten zu erschließen. Folglich wurde relativ lange an dem inzwischen achten Studioalbum namens „Liberation“ gearbeitet. Fast vier Jahre gingen ins Land, in denen jede Menge Material auf der Strecke geblieben ist. Aufnahmen mit Pharrell Williams, Mark Ronson, Childish Gambino und Linda Perry wurden zum Beispiel verworfen und landeten gar nicht erst auf dem Album.

Stattdessen vertraute Christina Aguilera auf (zum Teil nicht unbedingt so bekannte) Songwriter und Produzenten wie Nick Britell, Charlie Heat, Eric Danchick, Mike Dean, Teddy Geiger, Dumbfoundead, Anderson Paak, Honorable C.N.O.T.E., Che Pope, Tayla Parx, Kanye West, Julia Michaels, Jon Bellion, MNEK, Kirby Dockery und Ricky Reed. Ein gutes Dutzend Tracks sind auf diese Weise zusammengekommen, darunter die beiden Vorabsingles „Accelerate“ (feat. Ty Dolla $ign und 2 Chainz) sowie „Fall in line“ (feat. Demi Lovato), die in den weltweiten Charts unerwartet schwach performten.

Natürlich ist es nie ein gutes Zeichen, wenn bereits die Leadsingle eines Albums floppt. Und als hätte man es erwartet, enttäuscht auch der Rest von „Liberation“ über weite Strecken. Nach dem zähen Intro aus „Liberation“, „Searching for Maria“ und „Maria“ folgt mit „Sick of sittin‘“ bereits der beste Song des Albums, der sich mit voluminösen Grooves ins Gehör drängt. Dieses Kunststück wiederholt nur noch der Reggae-Sound von „Right moves“. Danach ist Schluss mit lustig. Was danach folgt, ist unheimlich dick auftragender Soul und R&B („Fall in line“) sowie balladesker Kopulations-Pop/R&B („Like I do“, „Deserve“, „Twice“, „Pipe“, „Masochist“), der leider nur langweilt.

Gesanglich ist das Ganze oft überragend, nur die Songs an sich funktionieren nicht. Wer so etwas wie potenzielle Singlehits sucht, ist auf „Liberation“ gänzlich verloren. Doch auch sonst fehlt der Songsammlung Spaß, Sexyness und der Funke, der auf den Hörer überspringen soll, aber spätestens nach der Hälfte der Spielzeit im Keim erstickt wird und mit der nicht enden wollenden Langeweile des Albums untergeht.

Anspieltipps:

  • Pipe
  • Maria
  • Deserve
  • Right moves
  • Sick of sittin‘
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