Jennifer Warnes - Another Time, Another Place - Cover
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Jennifer Warnes Another Time, Another Place


  • Label: BMG Rights Management
  • Laufzeit: 48 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Jennifer Warnes meldet sich 17 Jahre (!) nach ihrem letzten Longplayer mit einer feinen Easy-Listening-Platte zurück.

Mit dem Namen Jennifer Warnes (71) verbinden die meisten Musikinteressierten vermutlich zwei Dinge: Ihre Mitarbeit an sechs Alben von Leonard Cohen sowie ihre Beiträge zu Film-Soundtracks in den 80er Jahren. Denn immerhin erhielt Jennifer Warnes für die Filmsongs „It goes like it goes („Norma Rae“), „Up where we belong“ („Ein Offizier und Gentleman“) sowie „(I’ve had) the time of my life“ („Dirty Dancing“) drei Oskar-Auszeichnungen, wodurch sie auf einer Stufe mit dem großen Frank Sinatra (83) steht.

Ansonsten ist das musikalische Schaffen der Amerikanerin rar gesät und gemessen an ihren Album-Outputs sehr überschaubar. Doch 2018 ist mal wieder ein Jahr, in dem die Sängerin ein neues Werk vorlegt – 50 Jahre nach ihrem Debüt. Zudem sind weitere 17 Jahre seit ihrem letzten Longplayer „The Well“ (09/2001) vergangen. Dies sind zeitliche Dimensionen, die alles andere als normal sind. Und auch „Another Time, Another Place“ brauchte seine Zeit. Von 2015 bis 2018 zogen sich die Aufnahmen in Austin, Texas, und Los Angeles. In dieser Periode starben Jennifer Warnes‘ Mutter, ihre Nichte, zwei Schwestern, ihr Manager und ihr engster Freund, der Singer/Songwriter Leonard Cohen.

Kein Wunder, dass „Another Time, Another Place“ von Trauer und Verlust geprägt ist, auch wenn es überwiegend aus Coverversionen besteht. Hier verzichtete Jennifer Warnes allerdings auf große Hits und widmete sich Stücken aus der zweiten Reihe, die im Original von Mark Knopfler (Dire Straits), Derek Trucks (Tedeschi Trucks Band), John Legend, Warren Haynes, Eddie Vedder (Pearl Jam), Frank Sinatra und Elvis Presley geschrieben bzw. selbst gecovert wurden. Musikalisch wurde sie dabei u.a. von Lenny Castro (Steely Dan, Toto), Blondie Chaplin (Brian Wilson, The Rolling Stones), Sonny Landreth (John Hiatt, Tanita Tikaram), Vinnie Colaiuta (Frank Zappa, Sting) und Jeff Plankenhorn (Joe Ely, Eric Clapton) unterstützt.

Die Produktion übernahm Warnes‘ alter Wegbegleiter Charles Roscoe Beck, der bereits das Grammy-nominierte „Famous Blue Reincoat: The Songs Of Leonard Cohen“-Werk (11/1986) sowie das „The Hunter“-Album (06/1992) unter seinen Fittichen hatte. Dabei herausgekommen ist ein wunderbar gediegenes Easy-Listening-Werk, das von Country- und Folk-Klängen dominiert wird und zudem mit einer angenehm warmen Produktion punkten kann. Darüber hinaus umgibt Jennifer Warnes‘ Stimme auch im Alter von 71 Jahren immer noch eine ganz besondere Aura, die auf „Another Time, Another Place“ äußerst positiv abfärbt.

Anspieltipps:

  • So sad
  • Freedom
  • Why worry
  • Just breathe
  • Once I was loved
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