Ray Davies - Our Country: Americana Act II - Cover
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Ray Davies Our Country: Americana Act II


  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 61 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
8.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit „Our Country: Americana Part 2“ hat sich Ray Davies etwas übernommen.

Gerade erst kam die Ankündigung einer möglichen Kinks-Reunion, da kommt Ray Davies mit seiner zweiten Ausgabe der „American“-Reihe um die Ecke. Nach dem ersten Teil „Americana“, die sein Portrait seines Amerikas zeichnete, folgt direkt ein Jahr später der zweite Teil „Our Country: Americana Part 2“. Auch auf dem neuen Album vertraut der 74-jährige wieder auf The Jayhawks, die ihm als Begleitband zur Seite stehen.

Mit dem Titelsong eröffnet eine countryeske Nummer das Album, die die migrationsreiche Geschichte der USA erzählt. Davies interpretiert sie wie folgt: „People Came From All Locations, heading for a new life here in our country. Different cultures, race and creed,building a society. Gone is the land I used to know so well.“ Dass ausgerechnet ein Brite und Zeilen wie den Refrain „this is our country, it’s a problem’s dream, and we’ll built a better world to live in, our country“ singt, erscheint dann doch etwas seltsam und prätentiös. Das folgende „The Invaders“ gerät zur Spoken Word-Nummer vor Americana-Kulisse, die von der British Invasion erzählt.

Diese Spoken Word-Passagen ziehen sich durchs ganze Album und stören den Fluss der Musik gewaltig. Ray Davies nölende Stimme ist mit einem leichten Lispeln ausgestattet und klingt monoton. So eignet sich der einstige Kinks-Frontmann nicht wirklich zum großen Erzähler. Dass mit „Oklahoma USA“, welches mit einer melancholisch-wehmütigen Stimmung durch Soundcollagen aus Sustain- und Lapsteel-Gitarren überzeugt, ausgerechnet eine alte Nummer zu den Highlights gehört, spricht dagegen nicht wirklich für die songschreiberische Kraft Davies‘ in der Gegenwart.

Musikalisch mischen sich belanglose Songs wie „Back In The Day“ oder „Bringing Up Baby“, mit klassischen Strukturen wie dem bluesig-jazzigen „A Street Called Hope“ oder dem rootsigen „Calling Home“. Einzig das leicht punkige „The Take“ und der düstere Blues „March Of The Zombies“ stechen heraus. Aber auch diese Beispiele werden unterwandert von Davies‘ Storytelling, das die Songs keinen Meter voranbringt. Mit nicht weniger als 19 Songs scheint sich Ray Davies etwas verspekuliert zu haben, da passt es natürlich, dass er die Gerüchteküche anheizt und eine Reunion mit seinem Bruder in Aussicht stellt, um sein neues Album zu promoten.

Anspieltipps:

  • Oklahoma USA
  • A Street Called Hope
  • March Of The Zombies

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