Lary - Hart Fragil - Cover
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Lary Hart Fragil


  • Label: Urban/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 47 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Zweites Album der Wahl-Berlinerin, auf dem sie sich mit den eigenen Abgründen und den daraus resultierenden Reizen und Gefahren auseinandersetzt.

Larissa Sirah Herden alias Lary (32) macht seit ungefähr zehn Jahren Musik. Zuerst als Support- und Studio-Act für Kollegen wie Tim Bendzko, Chima, Jan Delay, Flo Mega und den Fantastischen Vier. 2013 brachte Lary dann mit „LARYsays“ ihre erste EP über das Kult-Label Cimperator Department auf den Markt, gefolgt von ihrem Debütalbum „FutureDeutscheWelle“ (09/2014), das die Top 100 der deutschen Charts erreichen konnte. Seitdem hat die 32-Jährige dazugelernt und viel Zeit in ihre künstlerische Entwicklung gesteckt, die sich auf „Hart Fragil“ in einem Dutzend neuer Songs ausdrückt, an denen Lary u.a. mit Farhot,Samy Deluxe und dem Berliner Produzententeam Beatgees (Namika, Helene Fischer, Lena, Olson, Sido) gearbeitet hat.

Damit wird sich zeigen, ob Lary bereits jetzt in der Lage ist, ihren Status als Geheimtipp gegen etwas Zählbares einzutauschen. Vielleicht wurde die Veröffentlichung von „Hart Fragil“ auch deshalb mitten im Sommerloch platziert, um mit nur wenigen verkauften Einheiten hoch in die Charts zu kommen. Wie das geht, hat die gebürtige Ruhrpottlerin schon einmal erlebt, als sie Feature-Gast auf der MoTrip-Single „So wie du bist“ war, die sich 42 Wochen in den deutschen Charts hielt, bis auf Platz drei kam und mehr als 400.000 Einheiten absetzen konnte.

Mehr Soul, R&B und Pop anstatt HipHop und Rap sind die entscheidenden Zutaten, um den nächsten Schritt zu machen. Das mag aus kommerzieller Sicht vielleicht sogar notwendig zu sein, künstlerisch gibt sich Lary damit allerdings mehr der Beliebigkeit hin. Denn das musikalische Korsett, in das sie ihre selbst geschriebenen Texte presst, ist meistens nichts weiter als solide Kost, die den Hörer zwar nicht direkt anspringt, aber auch nicht subtil genug ist, um auf diese Weise zu punkten.

Atmosphärisch setzt Lary dabei zumeist auf melancholische („Winter“, „Kopf“), temporeduzierte („Fremder“) und mitunter gar düstere Strukturen („Niagara“), sodass durchaus ein eigener Stil erkennbar wird, der sich inhaltlich mit den eigenen Abgründen und den daraus resultierenden Reizen und Gefahren auseinandersetzt („Columbiadamm“). Das ist im Ansatz ohne Frage des Öfteren interessant („Jekyll“), hat aber in der Gesamtumsetzung noch Luft nach oben. Luft bzw. Zeit, die wir Lary als Künstlerin gerne geben.

Anspieltipps:

  • Sand
  • Kopf
  • Mond
  • Niagara
  • Medizin
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