Jorja Smith - Lost & Found - Cover
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Jorja Smith Lost & Found


  • Label: FAMM/The Orchard
  • Laufzeit: 46 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Großbritannien schenkt uns ein neues Juwel der Musik: Jorja Smith.

Alle Jahre wieder erobert eine britische Künstlerin den Musikmarkt, die mit ihrer Stimme und Musik zu begeistern weiß: Amy Winehouse, Lily Allen, Adele und nun Jorja Smith. Die 20-Jährige bringt am 08.06. ihren Longplayer „Lost & Found“ auf den Markt. Und das macht sie aus: Die Platte begeistert vor allem durch ihre ruhigen Töne, klarer R&B mit Pop- und HipHop-Einflüssen – und dann ist da noch diese fulminante Stimme. In „February 3rd“ windet sich Jorja schmachtend in den höheren Regionen ihrer Stimme. In schnelleren Tracks wie „Where Did I Go“ klingt so trotz oder auch gerade wegen einer gewissen Portion Melancholie sehr cool und abgeklärt. In „Blue Lights“ rappt sie sich durch die Strophen. Es wird schnell klar, diese junge Frau versteht ihr Handwerk.

Bemerkenswert: Für ihre 20 Jahre klingt Jorja erstaunlich erwachsen. Etwas, das bereits Amy Winehouse Jahre zuvor nachgesagt wurde. Dabei variiert Jorja die Klangfarbe ihrer Stimme gekonnt, was auch wichtig ist, würden sich manche Songs sonst zum Verwechseln ähnlich klingen. Darin besteht allerdings auch das Problem des Albums. Es ist an sich stimmig, Jorjas Stimme glänzt, es klingt jedoch alles zu sehr nach einem Allerlei. Das mag man Stil oder schlichtweg Überdruss nennen. Den künstlerischen Anspruch mindert das nur geringfügig, probiert Jorja immerhin verschiedene Stile aus, wie Phasen im Leben.

Es ist fast so, als würde Jorja den Hörer auf einen abendlichen Spaziergang durch den eigenen Heimatort mitnehmen. An jeder Ecke warten Erinnerungen, die zurück an glückliche und unglückliche Kindheitstage denken lassen. Mit jedem Stück wächst auch das Album. Oder sagen wir es einmal so: Jorjas Album schmeckt wie ein gutes Glas Rotwein, erst im Abgang entfaltet sich jedoch die ganze Komplexität. Denn „Lost & Found“ ist keine dieser typischen Platten, die sich an ein junges Publikum richtet, wie zum Beispiel gleichaltrige Kolleginnen wie Dua Lipa oder Selena Gomez. „Lost & Found“ ist anspruchsvoll, komplex und fordert den Hörer heraus. Ergo: Für das Mainstream-Radio gänzlich ungeeignet. Die Herausforderung ist „Lost & Found“ jedoch auf jede Weise wert – denn immerhin schafft es nicht jeder Künstler, den Hörer auf eine kurze Reise der Melancholie mitzunehmen.

Anspieltipps:

  • Blue Lights
  • Tomorrow
  • Don’t Watch Me Cry
  • Teenage Fantasy

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