Lenny Kravitz - Raise Vibration - Cover
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Lenny Kravitz Raise Vibration


  • Label: BMG Rights Management
  • Laufzeit: 65 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

„Raise Vibration“ ist das elfte Studioalbum von Lenny Kravitz, auf dem er mit Rassismus, Krieg, Gier, Verlogenheit und Umweltzerstörung abrechnet.

Dass Lenny Kravitz seinen künstlerischen (und wohl auch kommerziellen) Zenit längst überschritten hat, dürfte inzwischen auch dem letzten Hardcore-Verehrer des 54-jährigen New Yorkers klar geworden sein. Mit überwiegend lahmen Alben wie „Strut“ (09/2014), „Black And White America“ (08/2011), „It Is Time For A Love Revolution“ (02/2008) und „Baptism“ (05/2004) konnte Kravitz in den vergangenen Jahren jedenfalls nicht mehr an seine frühen Großtaten aus den 90er Jahren anknüpfen und folglich keinen Blumentop mehr gewinnen. Auf der anderen Seite hat Lenny Kravitz natürlich genügend Talent, um das Ruder irgendwann wieder herumzureißen. Sein elftes Studioalbum „Raise Vibration“ über das aufstrebende Label BMG Rights Management stellt den neuesten Versuch dazu dar.

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Selbstverständlich hat Mr. Kravitz auch auf diesem Album so gut wie alles in die eigene Hand genommen: Songwriting, Produktion, Instrumentierung, Texte. Lediglich Lennys seelenverwandter Gitarrist und Songschreiber Craig Ross stand ihm wie immer mit Rat und Tat zur Seite, um seinen üblichen vom Soul, Rock, Funk und Gospel der 1960er und 1970er Jahre inspirierten Cocktail anzurühren. Entsprechend vertraut beginnt das Werk mit dem im Midtempo verharrenden „We Can All Get It Together“, das bis auf eine ganz nette Hookline nicht viel zu bieten hat und den Eindruck der vorab als Single ausgekoppelten Songs „Low“ und „It’s enough“ bestätigt: Mit 12 Tracks, die im Schnitt 5 ½ Minuten lang sind, ist ein Rock/Pop-Album schlicht und ergreifend zu ausladend.

Kein Wunder, dass die Stücke im Radio gar nicht erst gespielt wurden und in der Folge in den Charts keine Rolle spielten. Dabei ist durchaus Potenzial vorhanden, das sich als Single-Edits gut vermarkten ließe. Da wäre zum Beispiel das an den im April 2016 verstorbenen Prince gemahnende, von funky Grooves und Bläser-Riffs befeuerte „Who really are the monsters?“, die Schmuseballade „Johnny Cash“ oder das cool zappelnde „The majesty of love“. Bemerkenswerte Ansätze sind zur Genüge vorhanden. Doch wie stark eine Idee auch sein mag, Lenny Kravitz täte gut daran, seine ohnehin banale Lyrik im klassischen 3-Minuten-Format zackig abzuarbeiten und seinen Kompositionen die überflüssigen Speckschwarten abzuschneiden.

So ist „Raise Vibration“ abgesehen von Schunkel-Schlager-Ausfällen wie „5 more days til summer“ und Schmalzlocken wie „Gold dust“ eine durchaus akzeptable, wenn auch eine weit von alter Genialität entfernte Platte, die sich völlig unnötig wie Kaugummi in die Länge zieht und damit die Basis der Songs verwässert.

Anspieltipps:

  • Low
  • It’s enough
  • Here to love
  • The majesty of love
  • I’ll always be inside your soul
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