Dave Matthews Band - Come Tomorrow - Cover
Große Ansicht

Dave Matthews Band Come Tomorrow


  • Label: PIAS/Rough Trade
  • Laufzeit: 54 Minuten
Artikel teilen:
3/10 Unsere Wertung Legende

Die Leserwertung ist erst ab Datum der Veröffentlichung verfügbar.

Die Dave Matthews Band ist zurück und spielt sich fast wie immer lethargisch durch die Songs.

Seit Mitte der 90er Jahre ist die Dave Matthews Band überaus erfolgreich und doch gilt sie für viele als Langeweile pur und wird oft gar belächelt. Doch rotz der allgemeinen Abneigung der Band gegenüber, konnte sie jedes ihrer Alben seit 1998 auf Platz 1 der amerikanischen Billboard-Charts platzieren. Irgendwie ist es seltsam, dass angeblich niemand diese Band hört, sie aber doch unzählige Platten verkauft, ähnlich wie Nickelback oder hierzulande die Kelly Family. „Come Tomorrow“ ist das erste Album der Amerikaner seit „Away From The World“ aus 2012 und wurde in Tourneepausen in Seattle, Los Angeles und ihrer Heimatstadt Charlottesville aufgenommen. Auf dem Sessel hinter den Reglern wechselten sich unter anderem Rob Cavallo (u.a. Green Day) und John Alagía (u.a. John Mayer) ab.

Schon seit mehreren Jahren im Liverepertoire ist der Opener „Samurai Cop (Oh Joi Begin)“ der eingängig-melancholischen Stadionrock bietet und auch bestens den Kings Of Leon zu Gesicht gestanden hätte. „Can’t Stop“ verdeutlicht dann das Ganze Dilemma von Dave Matthews. Der Song beginnt recht vielversprechend als bluesiger Jamrock-Variante, bei dem die Band versucht entspannt und lässig zu wirken, während Matthews gesanglich cool darüber thronen will. Nur wirkt das Ganze so bemüht, unecht und um Kredibilität bettelnd, als würde Jose Mourinho als neuer Coach bei St. Pauli anheuern. Dass „Can’t Stop“ keine fünf Minuten dauert, aber gefühlte zehn Minuten lang, ist auch kein gutes Zeichen. „That Girl Is You“ ist ähnlich einzuordnen, während „Idea Of You“ und „Virginia In The Rain“ nicht weh tun. Allerdings klingt diese Musik als nähme sie sich unangenehm wichtig, dabei ist sie im Prinzip lethargisch und träge.

„She“ gerät etwas rockiger, bleibt allerdings auch nicht wirklich hängen, das ruhige „Here On Out“ mit gezupfter Gitarre und Matthews anstrengender Stimme ist vertonte Langeweile. „Black And Blue Bird“ wartet immerhin mit einem schönen Gitarrenzupfmuster auf, „Do You Remember“ erinnert an den College-Rock auf den Soundtracks der Teenie-Filme Ende der Neunziger und lässt zumindest mal schmunzeln. Auf Albumlänge gesehen ist das natürlich viel zu wenig, bzw. eigentlich gar nichts. Die Musik ist langweilig und langatmig, so muss man es leider sagen, denn die Songs sind zu lang und bieten zu wenig. Darüber hinaus will die Musik bedeutsam und vielschichtig klingen, wirkt aber eher phlegmatisch und teilnahmslos, was auf Dauer ziemlich anstrengend ist.

Anspieltipps:

  • Samurai Cop (Oh Joy Begin)
  • Do You Remember

Neue Kritiken im Genre „Jazz-Rock“
Diskutiere über „Dave Matthews Band“
comments powered by Disqus