Wilko Johnson - Blow Your Mind - Cover
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Wilko Johnson Blow Your Mind


  • Label: Universal
  • Laufzeit: 41 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Wilko Johnson ist dem Tod von der Schippe gesprungen und macht das was er am besten kann: Von präzisen und messerscharfen Riffs geprägten Pubrock.

Mit seiner ersten Band Dr. Feelgood und ihrem knackigen Pubrock, der geprägt war von seinen Stakkato-Gitarrenriffs inspirierte er Bands der kurz darauf losbrechenden Punkwelle genauso wie neuere Kapellen wie Franz Ferdinand, als Henker Ser Ilyn Payne in Game Of Thrones wurde er auch einem jüngeren Publikum bekannt. Als Wilko Johnson dann im Jahr 2012 die Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs im Endstadium erhielt, spielte er mit Roger Daltrey noch schnell das Erfolgsalbum „Going Back Home“ ein und bereitete sich auf den bevorstehenden Tod vor. Wie durch ein Wunder wurde er doch geheilt und legt nun kurz nach seinem Kumpel Daltrey ebenfalls ein Soloalbum vor.

„Beauty“ und der Titelsong eröffnen „Blow Your Mind“ knackig und musikalisch unbeschwert. Die knarzigen und dreckigen Stakkato-Riffs, etwas Bluesharp und ein unbändiger Groove erinnern an die ersten Alben von Dr. Feelgood und bauen eine Brücke zwischen den 1970er Jahren und der Gegenwart. Auch mit 70 Jahren schert sich Johnson nicht um irgendwelche Moden und Trends, sondern spielt das, was er am Besten kann. „Marijuana“ tönt etwas mehr nach seiner Kollaboration mit dem The-Who-Frontmann und zeigt auch die einzige Schwäche des Albums: Wilko Johnson ist kein begnadeter Sänger. Charismatisch und authentisch auf jeden Fall, aber nicht nur in diesem Song muss man unweigerlich daran denken, wie gut es klänge, hätte Roger Daltrey in der Gesangskabine gestanden.

Nichtsdestotrotz macht es Spaß Wilko Johnson und seiner Band, der noch Norman Watt-Roy am Bass und Schlagzeuger Dylan Howe angehören, dabei zuzuhören, wie sie sich in ihrem Alter mit Freude an der Musik durch die 41 Minuten von „Blow Your Mind“ spielen. Da wird es mal etwas grooviger und tanzbarer („Tell Me One More Thing“), sehr bluesig („Low Down“), verspielt und verträumt („Lament“) oder treibend („Slamming“). Immer wieder sind die Songs geprägt von Wilko Johnsons griffigen Gitarrenriffs die präzise arbeiten wie ein Rasiermesser („That’s The Way I Love You“, „I Love The Way You Do“). So klingt zwar vieles nach Dr. Feelgood, allerdings glaubwürdig in die heutige Zeit transportiert.

Anspieltipps:

  • Beauty
  • That’s The Way I Love You
  • Take It Easy
  • I Love The Way You Do

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